Berliner Tabelle

 

Die Berliner Tabelle galt bis 2007 als Vortabelle zur Düsseldorfer Tabelle mit den Kindergeldabzugstabellen, gültig für die neuen Bundesländer. Im Jahre 2008 trat die Unterhaltsreform in Kraft, damit ist die Berline Tabelle weggefallen.

 

Die Berliner Tabelle ab als Vortabelle zur Düsseldorfer Tabelle enthielt zwei weitere Einkommensgruppen, die unter der niedrigsten Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle lagen.
Damit sollten die unterschiedlichen Einkünfte und Lebenshaltungskosten in den neuen Bundesländern berücksichtigt werden

In Abstimmung mit der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages wurde 2008 im Zuge der Unterhaltsreform die Berliner Tabelle abgeschafft.

Ab diesem Zeitpunkt gilt für das gesamte Bundegsgebiet die Düsseldorfer Tabelle in Verbindung mit den Unterhaltsleitlinien des jeweils zuständigen Oberlandesgerichts.

Unterhaltsrückstände, die bis 31.12.2007 entstanden sind, werden jedoch weiterhin nach der letzten Fassung der Berliner Tabelle berechnet.

 

 

Letzte Fassung der Berliner Tabelle 2007

Altersstufen in Jahren

0 - 5

6 - 11

12 - 17

Vomhundertsatz

Ost

Vomhundertsatz

West

Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen

Alle Beträge in Euro

Gruppe

a)

bis 1300

186

226

267

100

-

b)

1300 - 1150

194

236

278

-

-

-

ab 1150

wie Düsseldorfer Tabelle (aber ohne 4. Altersstufe und ohne Bedarfskontrollbetrag)

Gruppe

1

bis 1300

202

245

288

-

100

2

1300 - 1500

217

263

309

-

107

3

1500 - 1700

231

280

329

-

100

4

1700 - 1900

245

297

349

-

107

5

1900 - 2100

259

314

369

-

114

6

2100 - 2300

273

331

389

-

121

7

2300 - 2500

287

348

409

-

128

8

2500 - 2800

303

368

432

-

135

9

2800 - 3200

324

392

461

-

160

10

3200 - 3600

344

414

490

-

170

11

3600 - 4000

364

441

519

-

180

12

4000 - 4400

384

466

548

-

190

13

4400 - 4800

404

490

576

-

200

über 4800

nach den Umständen des Falles

 

Anmerkungen zur Berliner Tabelle:

 

I. Der notwendige monatliche Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen beträgt gegenüber minderjährigenKindern und volljährigen Kindern bis zum 21. Geburtstag, solange sie im Elternhaushalt leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden In Berlin:

wenn der Unterhaltspfllichtige erwerbstätig ist: 900 EUR
wenn der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig ist: 770 EUR

 

II. Der angemessene monatliche Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen beträgt gegenüber anderen volljährigen Kindern: 1100 EUR

 

III.Der angemessene monatliche Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen beträgt gegenüber dem getrennt lebenden und dem geschiedenen Ehegatten unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig: 1000 EUR

 

IV. Der angemessene Bedarf (samt Warmmiete von 270 EUR und üblicher ausbildungsbedingter Aufwendungen, aber ohne Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und ohne Studiengebühren) eines volljährigen Kindes, welches nicht im Elternhaus wohnt, beträgt in der Regel monatlich: 640 EUR

 

V. Der angemessene Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen gegenüber seinen Eltern und gegenüber Enkeln beträgt mindestens monatlich: 1400 EUR zuzüglich der Hälfte des darüber hinausgehenden Einkommens

 

VI. Der angemessene Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen gegenüber der Mutter oderdem Vater im Sinne von § 1615 l BGB beträgt mindestens monatlich, unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig: 1.000 EUR
Der Bedarf der Mutter bzw. des Vaters eines nichtehelichen Kindes (§ 1615 l BGB) beträgt in der Regel mindestens monatlich: 770 EUR

 

VII. Der Einsatzbetrag im Mangelfall beträgt bei dem mit dem Unterhaltspflichtigen zusammenlebenden Ehegatten gegenüber den in Anm. I. genannten Kindern

bei Erwerbstätigkeit des Ehegatten: 650 EUR
bei Nichterwerbstätigkeit des Ehegatten: 560 EUR

und gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern: 800 EUR

 

Die Berliner Tabelle ist nur anzuwenden, wenn sowohl der Unterhaltsgläubiger als auch der Unterhaltsschuldner in Berlin wohnen. Die in den Anmerkungen genannten Selbstbehalte und Bedarfssätze sind in ganz Berlin gleich hoch, da durch §20Abs.2SGB II für die alten Bundesländer einschließlich Berlin (Ost) inzwischen die gleichen Regelleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts festgesetzt worden sind. Wohnt der Unterhaltspflichtige außerhalb Berlins, ist auf den an seinem Wohnsitz geltenden abweichenden Selbstbehalt abzustellen. Für die im früheren Ostteil Berlins wohnenden Kinder gelten bis auf weiteres die Regelbeträge Ost wie im sonstigen Beitrittsgebiet.

 

 

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