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Kindergeld



Kindergeld
Das Kindergeld wird zur Steuerfreistellung des elterlichen Einkommens in Höhe
des Existenzminimums eines Kindes gezahlt.
Das Existenzminimum umfasst auch den Bedarf für Betreuung und Erziehung
oder Ausbildung des Kindes. Soweit das Kindergeld darüber hinaus geht,
dient es der Förderung der Familien.



Grundsätzlich kann Kindergeld erhalten wer

  •     in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat,
  •     im Ausland wohnt, aber in Deutschland entweder unbeschränkt
        einkommensteuerpflichtig ist oder entsprechend behandelt wird.

Berücksichtigung finden
  •     Kinder, die im ersten Grad mit dem Antragsteller verwandt sind (eheliche, für ehelich
        erklärte, nichteheliche und adoptierte Kinder),
  •     Kinder des Ehepartners (Stiefkinder) und Enkelkinder, die im Haushalt des
        Antragsstellers leben
  •     Pflegekinder, die mit dem Antragssteller durch ein familienähnliches oder auf
        Dauer angelegtes Verhältnis verbunden sind. Die Pflegekinder müssen wie
        eigene Kinder zur Familie gehören; ein Obhuts- und Betreuungsverhältnis
        zu den leiblichen Eltern darf nicht mehr bestehen.

Kindergeld wird nur für Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, es kann aber bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres Kindergeld weiter gezahlt werden,
  •     solange das Kind sich in der Schul-, Berufsausbildung oder dem Studium befindet,
  •     bzw. bis zum 21. Lebensjahr wenn das Kind arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet ist.


Über das 27. Lebensjahr hinaus wird für Kinder in Schul-, Berufsausbildung oder im Studium Kindergeld gezahlt,
  •     wenn sie den gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst geleistet haben,
  •     sich freiwillig für nicht mehr als drei Jahre zum Wehrdienst verpflichtet haben,
  •     eine vom Grundwehr- bzw. Zivildienst befreiende Tätigkeit als Entwicklungshelfer
        ausgeübt haben
  •     oder wenn sie ein "freiwilliges soziales Jahr" oder ein "freiwilliges ökologisches Jahr" nach
        den jeweiligen Förderungsgesetzen ableisten,

und zwar längstens für die Dauer des gesetzlichen Grundwehr- bzw. Zivildienstes.
Für die Zeit der Ableistung der genannten Dienste selbst steht den Eltern grundsätzlich kein Kindergeld zu.

Für ein über 18 Jahre altes Kind steht bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres Kindergeld zu, wenn es eine Berufsausbildung wegen fehlenden Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann.

Kindergeld für ein über 18 Jahre altes Kind wird ohne altersmäßige Begrenzung gezahlt, wenn es wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht in der Lage ist, durch eine eigene Erwerbstätigkeit oder durch andere Einkünfte und Bezüge seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Für ein Kind über 18 Jahre wird kein Kindergeld gezahlt, wenn die Einkünfte und Bezüge des Kindes das gesetzliche Existenzminimum im Kalenderjahr überschreiten. Das Existenzminimum lag im Jahr 2000 bei 6.902 Euro und wird im Jahr 2005 7.674 Euro betragen.

Die Höhe des Kindergeldes beträgt
  •     154 € für das erste bis dritte Kind
  •     und 179 € für jedes weitere Kind.


Welches Kind bei einem Elternteil erstes, zweites, drittes oder weiteres Kind ist, richtet sich nach der Reihenfolge der Geburten.


Das Kindergeld wird bei der zuständigen Familienkasse beantragt. Die Familienkasse ist in der Regel dem Arbeitsamt angesiedelt, in dessen Bezirk Sie wohnen oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.
Das Kindergeld kann dort über ein Antragsformular beantragt werden, viele Familienkassen bieten das Formular online zum Download an (siehe Linkliste). Welche Nachweise dem Antrag beifügt werden müssen, ist auf dem Antragsformular angegeben.


Für ein und das selbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Es wird dem Elternteil gezahlt, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Lebt das Kind nicht im Haushalt eines Elternteils, erhält das Kindergeld derjenige Elternteil, der dem Kind laufend (den höheren) Barunterhalt zahlt; andersartige Unterhaltsleistungen bleiben außer Betracht. Wird dem Kind von beiden Elternteilen kein Barunterhalt oder Barunterhalt in gleicher Höhe gezahlt, können die Eltern untereinander bestimmen, wer von ihnen das Kindergeld erhalten soll. Eltern, die nicht dauernd getrennt leben, können untereinander durch eine Berechtigtenbestimmung festlegen, wer von ihnen das Kindergeld für ihre im gemeinsamen Haushalt lebenden Kinder erhalten soll. Auf diese Weise haben Eltern die Möglichkeit, denjenigen zum Kindergeldberechtigten zu bestimmen, bei dem sich eventuell ein höherer Kindergeldanspruch ergibt. Dies gilt ebenso für den leiblichen und den nicht leiblichen Elternteil, etwa wenn das Kind im gemeinsamen Haushalt der Mutter und des Stiefvaters lebt. Von dieser Möglichkeit können auch nicht dauernd getrennt lebende Pflegeeltern bzw. Großeltern Gebrauch machen. Für die Berechtigtenbestimmung kann die hierfür vorgesehene Erklärung am Schluß des Antragsvordrucks verwendet werden. Es reicht dann aus, wenn der andere Elternteil dort unterschreibt. Die Berechtigtenbestimmung bleibt wirksam, solange sie nicht widerrufen wird.

 

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Diese Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sollen lediglich einen Überblick schaffen. Im Einzelfall lassen Sie sich bitte von Ihrer Familienkasse beraten. Wir können keine Garantie dafür übernehmen, dass diese Ausführungen immer auf dem aktuellen Stand sind. Dies gilt insbesondere für Einkommensgrenzen und die Höhe des ausgezahlten Kindergeldes.
Foto: 500.000 Grafik-Elemente, Hemera

Stand: Sep. 2005

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