Wohngeld

 

Wohngeld

Das Wohngeld in Deutschland ist eine staatliche Leistung, über die einkommensschwachen Bürger einen Mietzuschuss, oder einen Zuschuss für die Kosten von selbstgenutztem Wohneigentum erhalten. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Wohngeld finden sich im Wohngeldgesetz (WoGG).

Was ist das Wohngeld?

Nach dem Wohngeldgesetz hat jeder Bürger mit geringem Einkommen einen Rechtsanspruch auf einen Zuschuss zu seinen Unterkunftskosten, dem sog. Wohngeld. Wohngeld gibt es als Mietzuschuss für Mieter oder als Lastenzuschuss für Eigentümer einer Immobilie, wenn sie diese selbst bewohnen.
Das Wohngeld wurde vor über 40 Jahren eingeführt um jedem Bürger einen angemessenen Wohnraum zu ermöglichen. Viele Familien können nämlich die ständig steigenden Mietpreise nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten.
Wohngeld wird nur gezahlt wenn eigenes Einkommen vorhanden ist, der Antragsteller muss also aktiv mitwirken, um seine Unterkunftskosten aufzubringen. Das Wohngeld wird bei der jeweils zuständigen Wohngeldstelle beantragt.

 

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Die Anspruchsberechtigten für Wohngeld sind in §3 WoGG genau definiert. Sowohl Mieter, als auch Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen, können einen Mietzuschuss bzw. Lastenzuschuss erhalten. Grundsätzlich ist der Anspruch und auch die Höhe des Zuschusses von drei Faktoren abhängig:

  • der Zahl der zum Haushalt gehörenden Familienmitgliedern
  • der Höhe des gesamten Einkommensalle zu berücksichtigenden Haushaltsnagehörigen
  • der Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung
  • Es spielt dabei keine Rolle ob der Wohnraum, für den der Antrag gestellt wird, ein Alt- oder Neubau ist, öffentlich gefördert, steuerbegünstigt oder frei finanziert ist.

     

     

    Wohngeld als Mietzuschuss gibt es für

  • Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers
  • Inhaber einer Genossenschafts- oder Stiftswohnung
  • Bewohner eines Heims im Sinne des Heimgesetzes
  • mietähnliche Nutzungsberechtigte
  • Eigentümer eines Mehrfamilienhauses, wenn sie in diesem Haus wohnen
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    Wohngeld als Lastenzuschuss gibt es für Eigentümer

  • eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung
  • einer Kleinsiedlung
  • einer landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstelle
  • einer landwirtschaftlichen Vollerwerbsstelle, (Wohnteil und Wirtschaftsteil getrennt)
  • Inhaber eines eigentumähnlichen Dauerwohnrechts
  • Erbbauberechtigte
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    Voraussetzung für den Lastenzuschuss ist immer, dass der Antragssteller den Wohnraum bewohnt und dafür die Miete oder Belastung aufbringt.

     

    Seit dem 01.01.2005 sind Empfänger von Transferleistungen und deren Haushaltsangehörige vom Wohngeld ausgeschlossen.
    Deren angemessenen Unterkunftskosten sind bereits in der Transferleistung berücksichtigt.

     

    Als Transferleistungen gelten folgenden Leistungen:

  • Arbeitslosengeld II (Hartz VI) nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • Übergangsgeld in Höhe des Beitrags des ALG II nach dem sechsten Buch Sozialgesetzbuch
  • Verletztengeld in Höhe des Beitrags des ALG II nach dem siebten Buch Sozialgesetzbuch
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem zwölften Buch Sozialgesetzbuch
  • Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem zwölften Buch Sozialgesetzbuch
  • ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt oder anderen Hilfen
  • in besonderen Fällen und Grundleistungen nach dem Asylbewerbergesetz
  • Auch Mitglieder der Bedrafsgemeinschaft bzw. Haushaltsgemeinschaft dieser Personengruppen sind vom Wohngeld ausgeschlossen.

     

    Es kann keine absolute Aussage über die Einkommensgrenzen beim Wohngeld getroffen werden. Jeder Fall ist individuell zu betrachten.
    Online existieren einige Wohngeldrechner. Hier kann im Vorfel eines Antrags geprüft werden, ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht. Die Ergebnisse dieser Rechner sind jedoch nicht verbindlich. Eine bindende Aussage ob Wohngeldanspruch besteht, kann nur die Wohngeldsteller treffen.

     

    Wie wird Wohngeld beantragt?

    Wohngeld ist bei der zuständigen Wohngeldstelle zu beantragen. Der Anspruch muss zwingend durch einen schriftlichen Antrag nachgewiesen werden. Entsprechende Antragsformulare sind bei der jeweiligen Wohngeldstelle erhältlich. Dem Antrag müssen alle geforderten Nachweise beigefügt werden, die beiden wichtigsten Nachweise sind dabei Einkommensnachweise und ein Mietnachweis, aus dem hervorgeht, in welcher Höhe Miete zu bezahlen ist. Wohngeld wird im Allgemeinen für 12 Monate bewilligt, nach Ablauf des Bewilligungszeitraums muss ein neuer Antrag, also ein Wiederholungsantrag, gestellt werden. Dieser Folgeantrag sollte rechtzeitig gestellt werden, damit die Zahlungen ohne Unterbrechung erfolgen. Der Anspruch auf Wohngeld beginnt erst ab dem Tag der Antragstellung. Es empfiehlt sich daher, zunächst einen formlosen Antrag zu stellen bis alle Unterlagen vollständig sind, die dann nachgereicht werden können. Dieser formlose Antrag muss allerdings mindestens Name und Anschrift des Antragstellers enthalten, ein Datum ab wann Wohngeld beantragt wird und es muss aus dem Schreiben eindeutig hervorgehen, dass Wohngeld beantragt wird.

    Wer sich nicht sicher ist ob Anspruch auf Wohngeld besteht, sollte in jedem Fall einen Antrag stellen.

     

    Wahlrecht: Wohngeld oder Transferleistung

    Jeder hat grundsätzlich ein Wahlrecht bei der Entscheidung, ob er Wohngeld oder eine der o.g. Transferleistungen beantragt.
    Ausnahme: wenn das eigene Einkommen + Wohngeld die Einkommensgrenze von anderen Transferleistungen übersteigt, besteht dieses Wahlrecht nicht. Dann ist zwingend Wohngeld zu beantragen, welches vorrangig gegenüber anderen staatlichen Leistungen ist.

     

    Wohngelderhöhung 2015

    Für das Jahr 2015 ist einen Erhöhung des Wohngeldes geplant. Hintergrund ist die Einführung des Mindestlohns für Arbeitnehmer.
    Dadurch werden viele Menschen, die ergänzend ALG II erhalten, aus dem Bezug herausfallen. Trotzdem ist deren Einkommen dann häufig so gering, dass es nicht für die Mietzahlungen ausreicht.
    Damit Personengruppe abgesichert ist, soll es ihnen möglich gemacht werden Wohngeld zu beziehen.

     

    Recht und Gesetz zum Thema Wohngeld:

    Eine jeweils aktuelle Fassung des Wohngeldgesetzes (WoGG) ist beim Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz zu finden: www.gesetze-im-internet.de

    Einen Wohngeldrechner für alle Bundesländer gibt es unter www.biallo.de

     

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    Foto: 500.000 Grafik-Elemente, Hemera