Kinderzuschlag

 

Der Kinderzuschlag ist eine Ergänzungsleistung zum Kindergeld, die seit Januar 2005 für minderjährige Kinder in Familien mit nicht ausreichendem Familieneinkommen gezahlt wird. Eltern können Kinderzuschlag beantragen, die zwar über ausreichend Einkommen verfügen um den eigenen Lebensunterhalt zu decken, aber nicht den ihrer minderjährigen Kinder.

 

Was ist der Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag (KiZ) ist eine Ergänzungsleistung nach § 6a Bundeskindergeldgesetz.
Eingeführt wurde der Kinderzuschlag zum 1. Januar 2005 mit der Reform "Hartz IV".

Familien mit geringem Einkommen sollen dadurch gezielt gefördert werden und Kinderarmut vermieden werden. Eltern die mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, aber nicht den der eigenen Kinder, können den Kinderzuschlag beantragen.
Mit dem Kinderzuschlag wird zusätzlich die Bereitschaft der Eltern honoriert, aktiv für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen.

Der Kinderzuschlag beträgt maximal 140 € pro Monat.
Er wird von den Kindergeldkassen ausgezahlt.

 

 

Abstammungsrecht

Anspuchsvoraussetzungen

Zur Gewährung des Kinderzuschlags sind folgende Anspruchsvoraussetzungen zu berücksichtigen:

  • das Kind muss Kindergeld beziehen
  • die Eltern müssen ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten
  • die Höchsteinkommensgrenze darf nicht überschritten werden
  • durch die Einkünfte und den Kinderzuschlag müssen die Anspruchsvoraussetzungen auf ALG II entfallen bzw. vermieden werden
  • das Kind muss unter 25 Jahre alt sein und nicht verheiratet
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    Zusätzlich zu Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe wird kein Kinderzuschlag gezahlt Den Kinderzuschlag gibt es nur für minderjährige Kinder, die Kindergeld oder eine das Kindergeld ausschließende Leistung beziehen.

     

    Wie wird der Kinderzuschlag berechnet?

    Der Kinderzuschlag errechnet sich nach dem Einkommen und Vermögen der Eltern und der Kinder. Er beträgt höchstens 140 Euro/Monat pro minderjähriges Kind.
    Der Kinderzuschlag wird zusammen mit dem Kindergeld monatlich gezahlt, längstens bis zum 25. Lebensjahr des Kindes.

    Den Kinderzuschlag können Eltern nur dann beanspruchen, wenn sie mindestens über Einkommen und Vermögen verfügen, mit dem sie ihren eigenen Bedarf im Sinne der Regelungen zum Arbeitslosengeld II decken können (Mindesteinkommensgrenze). Die Mindesteinkommensgrenze ist die Summe aus pauschalisierten Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts und Kosten für die Unterkunft und Heizung.

    Es besteht kein Anspruch auf Kinderzuschlag , wenn das Einkommen und Vermögen der Eltern die Summe aus dem elterlichen Bedarf im Sinne der Regelungen zum ALG II und dem Gesamtkinderzuschlag überschreitet (Höchsteinkommensgrenze).

    Die Mindestenkommensgrenze für Elternpaare beträgt 900 €, für alleinerziehende Elternteile 600 € monatlich.

     

     

    Als Einkommen für die Berechnung des Anspruchs zählen

  • Einnahmen aus einer nicht selbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit
  • Unterhaltsleistungen oder Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (Einkommen des Kindes)
  • Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Krankengeld
  • Elterngeld
  • Renten aus der Sozialversicherung
  • Kapital- und Zinserträge
  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung
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    Nicht zum Einkommen zählen

  • Kindergeld
  • Wohngeld
  • Leistungen der Pflegeversicherung
  • Grundrenten nach dem Bundesversorgungsgesetz oder vergleichbarengesetzlichen Regelungen
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    Von den zu berücksichtigenden Bruttoeinnahmen werden abgezogen

  • die darauf entfallenden Steuern (z. B. Lohn-/Einkommensteuer einschließlich Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer),
  • Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung (Kranken-,Pflege- und Rentenversicherung sowie Arbeitsförderung),
  • Beiträge zu sonstigen Versicherungen, soweit diese Beiträge gesetzlich vorgeschrieben oder angemessen sind (z. B. Beiträge für eine freiwillige oder private Kranken- und Pflegeversicherung, zur Altersvorsorge für nicht Rentenversicherungspflichtige, zu einer privaten Haftpflicht-, Hausrat- oder Gebäudeversicherung),
  • nach dem Einkommensteuergesetz geförderte Altersvorsorgebeiträge (für die "Riester-Rente"),
  • Werbungskosten (z. B. Fahrtkosten zur Arbeitsstätte, Beiträge zu Berufsverbänden und Gewerkschaften),
  • ein pauschalierter Freibetrag für Erwerbstätige, abhängig vom Einkommen bis zu 237 Euro monatlich.
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    Als Vermögen sind alle verwertbaren Vermögensgegenstände zu berücksichtigen. Dazu gehören insbesondere Bargeld, (Spar-) Guthaben wie z. B. Wertpapiere, Bausparguthaben sowie Haus- und Grundeigentum. Das Vermögen ist verwertbar, wenn es für den Lebensunterhalt verwendet oder sein Geldwert z. B. durch Verkauf oder Vermietung bzw. Verpachtung nutzbar gemacht werden kann.

     

    Leistungen für Bildung und Teilhabe

    Seit dem 1. Januar 2001 stehen den Empfängern des Kindergeldes folgende zusätzlichen Leistungen zu:
  • eintägige Schul- und Kitaausflüge
  • mehrtägige Klassen- und Kitafahrten
  • den persönlichen Schulbedarf (insgesamt 100 Euro jährlich)
  • Fahrtkosten zur Schule
  • Lernförderungen/Nachhilfe
  • Teilnahme an gemeinschaftlicher Mittagsverpflegung in Schule und Kita
  • Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft
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    Fragen zum Kinderzuschlag?

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    Merkblatt zum Kinderzuschlag

    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Merkblatt zum Kinderzuschlag

     

     

    Bildnachweis: Matthias Stöbener / pixelio.de