Unterhaltstitel

 

Unterhaltstitel

Für die Durchsetzung des Unterhaltsanspruchs ist ein Unterhaltstitel sinnvoll. Er verpflichtet den Elternteil, der barunterhaltspflichtig ist, zur Zahlung und kann auch erlangt werden, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil regelmäßig zahlt.

Vollstreckbarer Unterhaltstitel

Ein Unterhaltstitel sorgt für die finanzielle Sicherheit des Kindes. Hierbei handelt es sich um eine vollstreckbare Urkunde, in der die Unterhaltsverpflichtung amtlich bestätigt wird und den betreuenden Elternteil bei Nichtzahlung zur Zwangsvollstreckung durch Lohn- bzw. Kontopfändung bevollmächtigt.

Sollte der Fall eintreten, dass der Unterhaltspflichtige seinen Leistungen unvollständig oder gar nicht mehr nachkommt, hilft der Unterhaltstitel dabei, die Ansprüche schnell geltend zu machen. Da der Unterhaltstitel eine vollstreckbare Urkunde ist, können Zwangsvollstreckungsmaßnahmen sofort eingeleitet werden.

Ohne titulierten Unterhalt in einem Unterhaltstitel kann es zu einem langwierigen Prozess werden die Unterhaltsschuld einzutreiben. Es empfiehlt sich also immer die Unterhaltsansprüche in einem Unterhaltstitel titulieren zu lassen.

Sollte Unterhaltsvorschussleistungen beantragen werden, besteht die Unterhaltsvorschusskasse in der Regel auf die Erstellung eines Unterhaltstitels.

 

Vollstreckbare Unterhaltstitel sind:

  • Jugendamtsurkunde (kann kostenlos beantragt werden)
  • Notariell ausgestellter Unterhaltstitel
  • Gerichtlicher Unterhaltstitel (im vereinfachten Verfahren)
  • Einstweilige Anordnung (Im Zuge des Scheidungsverfahrens möglich)
  • Prozessvergleich
  • Anwaltsvergleich
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    Dynamischer und statischer Unterhaltstitel

    Der Kindesunterhalt kann bei jeder der oben vorgestellten Vollstreckungsmaßnahmen als fixer Betrag (Statischer Unterhaltstitel) oder als dynamischer Unterhaltstitel erlangt und tituliert werden. Bei Zwangsvollstreckung ( zum Beispiel beim Auftrag an den Gerichtsvollzieher oder beim Antrag auf Pfändung) muss der Unterhaltstitel im Original vorgelegt werden.

     

    Tipp: Auch wenn der barunterhaltspflichtige Elternteil nach Trennung oder Scheidung seinen Unterhaltspflichten zuverlässig nachkommt, so ist die Erwirkung eines Unterhaltstitels dennoch sinnvoll und notwendig. Erfahrungsgemäß wird der Kindesunterhalt oftmals dazu genutzt, im Streifall den das Kind betreuenden Elternteil zu ärgern, indem die Zahlung ganz- oder teilweise eingestellt wird. Mit einem Unterhaltstitel in der Hand hat der Elternteil, der das gemeinsame Kind betreut, ein Druckmittel in der Hand und kann die Zahlung des Kindesunterhalts schnellstmöglich durchsetzen, indem er zum Beispiel ein Strafverfahren gegen den Zahlungspflichtigen einleitet.

     

    Unterhaltstitel: Was ist zu beachten?

    Eine Jugendamtsurkunde stellt die günstigste und die einfachste Möglichkeit für alle Beteiligten, um einen vollstreckbaren Unterhaltstitel zu erwirken. Dies ist auch der schnellste Weg. Zum Vergleich nimmt das Erwirken eines Gerichtsurteil mehrere Monate in Anspruch. Der zahlungspflichtige Elternteil muss den ausstehenden Unterhalt, wenn der Zahlungstitel da ist, in einem Betrag als Einmalzahlung leisten. Ob er hierzu finanziell in der Lage ist, bleibt es zu hinterfragen.

    Auch von dem Titel mit einem festen Betrag (Statischer Unterhaltstitel) wird von den Experten zumeist abgeraten, da sich die Düsseldorfer Tabelle nahezu jährlich ändert. Dabei werden die Unterhaltsbeträge für Kinder unterschiedlicher Jahrgangstufen auch regelmäßig leicht erhöht. Wird jedoch ein Statischer Unterhaltstitel erwirkt, so muss bei jeder Änderung der Düsseldorfer Tabelle eine Abänderung des Zahlungstitels durch den Anwalt vorgenommen werden, was auch entsprechend mit Zusatzkosten verbunden ist.

     

    Weiterführende Informationen

    --> Düsseldorfer Tabelle

    --> Beistandschaft

    --> Unterhaltsvorschuss


    Fragen zum Unterhaltstitel?

    Besuchen Sie unser Forum Sorgerecht, Unterhalt und Umgang

    Foto: Annamartha / pixelio.de