
"Deine Stimme gegen Armut" ist die deutsche Plattform des "Global Call to Action Against Poverty".
Sie wird in Deutschland von den VENRO-Mitgliedsorganisationen zusammen mit Herbert Grönemeyer und befreundeten Kreativen, Agenturen und PR-Profis getragen. Weitere prominente Persönlichkeiten beteiligen sich auf unterschiedliche Weise. So haben zum Beispiel Dr. Alfred Biolek, Herbert Grönemeyer, Günther Jauch, Heike Makatsch, Franka Potente, Claudia Schiffer, Wim Wenders und Roger Willemsen in einem offenen Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder eine engagierte Entwicklungspolitik gefordert. Auch Xavier Naidoo und Anne Will engagieren sich für die Aktion (weitere Offene Briefe).
Warum diese Aktion?
- Täglich sterben allein an den Folgen von Hunger und Unterernährung 24.000 Menschen weltweit.
- Mehr als 860 Millionen Menschen können nicht lesen und schreiben.
- In den ärmsten Ländern ist eine Schwangerschaft lebensgefährlich: Eine von 48 Frauen stirbt bei der Entbindung.
- Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
- Jährlich sterben elf Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten.
Zahlen, die erschrecken und doch nur einige wenige der unzähligen Fakten zur Armut sind, die im Jahr 2000 die Regierungschefs dieser Welt bewogen hatten, die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen zu unterzeichnen. Das Ziel: bis 2015 die Anzahl der in extremer Armut lebenden Menschen auf die Hälfte zu senken. Sieben Jahre nach Verabschiedung dieser Erklärung ist es nicht gut um dieses Vorhaben bestellt. Und das, obwohl die Menschheit heute die Mittel hat, die Armut zu beseitigen und damit die Wahrscheinlichkeit von Elend, Tod, Flucht und Krieg weltweit zu verringern.
Besonders in Afrika erscheint die Lage desolat. Wenn das gegenwärtige Tempo beibehalten wird, so wird der afrikanische Kontinent das Ziel der Armutshalbierung nicht im Jahr 2015, sondern erst im Jahr 2147 erreichen.
Das Jahr 2007 ist die Halbzeit, wenn alle Ziele bis 2015 erreicht werden wollen. Einiges ist schon geschehen, aber es gibt immer noch viel zutun!
"Deine Stimme gegen Armut" will durch verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit die Bundesregierung drängen, ihrer Verantwortung nachzukommen. Die Regierungen der Industrieländer stehen in der Pflicht, ihren Teil dafür beizutragen, dass sich die Millenniumsziele verwirklichen lassen.
Dazu gehören:
- mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit
- gerechter Welthandel
- umfassender Schuldenerlass für die armen Länder
- Unterstützung von Demokratisierungsprozessen in Entwicklungsländern
Für den öffentlichen Druck auf die deutsche Regierung sollen die Kräfte gebündelt werden: Viele entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen und Kampagnen haben Aktionen für 2007 geplant. "Deine Stimme gegen Armut" wird sich an zahlreichen Veranstaltungen beteiligen und auch eigene Aktionen, wie zum Beispiel die Aktionstage im Mai (White Band Nights) iniitieren.
Wie auch Du Dich beteiligen kannst, findest Du unter Aktiv werden.
Was will die Aktion erreichen?
Kurz und bündig:
- mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit
- einen gerechten Welthandel
- einen umfassenden Schuldenerlass für die armen Länder
- Demokratisierungsprozesse in Entwicklungsländern
Ohne diese Grundlage haben alle Anstrengungen der armen Länder selbst kaum eine Chance. Nur wenn die wohlhabenden Staaten ihrem Teil der Übereinkunft baldmöglichst nachkommen, können die Regierungen der armen Länder ihre Verpflichtung erfüllen: durch verbesserte Regierungsführung und effektiveren Umgang mit den Ressourcen die Armut nachhaltig zu bekämpfen.
Unterernährung, Aids und Analphabetismus sind alltägliche Realität für Millionen Menschen in armen Ländern. Doch dies ist kein unvermeidbares Schicksal, weil es etwa einfach nicht genug Nahrungsmittel, Medikamente und Geld für Ausbildung gäbe. Die Welt hat die technischen und finanziellen Mittel, die extreme Armut zu besiegen. Die Not ist das Ergebnis unserer Entscheidungen. Wir können uns entscheiden, dieser Not ein Ende zu bereiten.
Die Mittel für Entwicklungsfinanzierung sind nicht ausreichend. Die meisten Industrieländer sind weit entfernt von der Vereinbarung, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Die „Weltweite Aktion gegen Armut“ fordert, dass die Bundesregierung den Etat für das Jahr 2006 wie zugesagt auf 0,33 Prozent des BNE erhöht und einen verbindlichen Zeitplan für die Erreichung des 0,7 Prozent-Ziels im Jahr 2010 vorlegt. Die zusätzlichen Mittel sollen ausschließlich zur Armutsbekämpfung verwendet werden.
Die Welthandelspolitik dient derzeit den Interessen der wirtschaftlich starken Industrienationen. Die reichen Staaten schotten ihre Märkte gegen Produkte der armen Länder ab und verlangen gleichzeitig eine Öffnung der Märkte des Südens für die Konzerne der industrialisierten Staaten. Die „Weltweite Aktion gegen Armut“ fordert, dass die Welthandelspolitik demokratischer wird, dass internationale Umweltabkommen vor Handelsvereinbarungen stehen und dass die Produktion von Grundnahrungsmitteln in armen Ländern geschützt werden muss.
Die bisherigen Initiativen zur Entschuldung haben ihre Ziele nicht erreicht. Ein Großteil der ärmsten Länder versinkt in seiner Schuldenlast, bereits entschuldete Staaten stehen vor einer erneuten Schuldenkrise. Die „Weltweite Aktion gegen Armut“ fordert für die armen Länder ein faires und transparentes Schiedsverfahren und die Beurteilung ihrer Schuldentragfähigkeit durch ein unabhängiges Gremium. Schulden sollen dann zurückgezahlt werden, wenn das Schuldnerland seine Bevölkerung mit dem Nötigsten versorgen kann.
Alle weiteren Informationen zur Aktion "Deine Stimme gegen Armut" finden sich auf der offiziellen Webseite www.deine-stimme-gegen-armut.de
Mitmachen kann jeder!
Mit freundlicher Genehmigung von "Deine Stimme gegen Armut".
Diese Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wir können keine Garantie dafür übernehmen, daß diese immer auf dem aktuellesten Stand sind.
Stand April 2007
Impressum/Disclaimer | Nutzungsbedingungen | Datenschutzhinweise
|