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frascita

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1

Montag, 16. April 2012, 06:59

Die angeblich dunkle Seite der Kindheit

Zufällig bin ich auf einen FAZ-Artikel des Arztes Dr. Rainer Böhm gestossen, der mich ziemlich aufgeregt hat:

http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/…-faz-040412.pdf

Fazit des Artikels, Krippenbetreuung ist schlecht für Kinder, sie werden dadurch gestresst und das ganze ist sowieo nur von Wirtschaftslobbyisten vorangetrieben. :kopf

Ich finde der Artikel ist ein Schlag ins Gesicht jeder/s Alleinerziehenden...
Was meint ihr dazu?

Edit: Ich muss los, mein Kind der dunklen Seite aussetzen und es in die ach so furchtbare Krippe bringen. :ohnmacht:
Erziehung besteht aus 2 Dingen: Vorbild sein und Liebe. (Montessori)

Es gibt kein problematisches Kind, es gibt nur problematische Eltern. (A.S. Neill)

Erziehe dich selbst, bevor du Kinder zu erziehen trachtest. (J. Korczak)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »frascita« (16. April 2012, 06:59)


2

Montag, 16. April 2012, 07:33

Was erwartest du von einer Webseite wo die unsägliche Frau Christa Meves ein Grußwort für eine Tagung spricht (www.familie-ist-zukunft.de/seite/?page_id=71)?
"Ich bin der Geist der stets verneint! / Und das mit Recht; denn alles was entsteht / Ist werth daß es zu Grunde geht"

3

Montag, 16. April 2012, 07:46

@ frascita: ich stimme dir zu, das ist ein schlag ins gesicht jeder alleinerziehenden...auch mir bleibt keine andere möglichkeit als mein kind fremdbetreuen zu lassen :(
allerdings muss ich auch sagen, dass in der krippe meiner tochter so einiges schief gelaufen ist und meine maus WAR gestresst und da sie noch nicht sprechen kann, hab ich ewig gebraucht um rauszukriegen warum :( teilweise wurden da die kids zu 4 stunden bettruhe verdonnert, statt wie angegeben 28 plätze haben die aus reiner geldgier (war ne private krippe) insgesammt 70 kinder aufgenommen....pro erzieherin kamen da tw. 20 kinder....informationsaustausch mit eltern = null.....inzwischen streiken da wohl sämtliche erzieherinnen und das jugendamt ermittelt
gott sei dank nimmt der kindergarten jetzt auch zwerge ab 2 und da läuft es wesentlich besser :anbet
Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.“

Siddhartha Gautama



Die Definition von Wahnsinn lautet:
Man wiederholt immer und immer wieder dasselbe Verhalten
und erwartet dann ein anderes Ergebnis!

(28 Tage)

4

Montag, 16. April 2012, 07:57

Ignorieren, weitermachen.

5

Montag, 16. April 2012, 08:11

was anderes bleibt uns ja auch nicht übrig bri ;)
trotzdem finde ich dass deutschland im hinblick auf kinderbetreuung immer noch ein entwicklungsland ist.....erst wird man total alleine gelassen, dann wird gemeckert
in anderen ländern klappt das doch auch und da wird gar nicht groß darüber diskutiert :frag
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6

Montag, 16. April 2012, 08:16

trotzdem finde ich dass deutschland im hinblick auf kinderbetreuung immer noch ein entwicklungsland ist....


Ja - das denke ich auch :daumen


Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.

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7

Montag, 16. April 2012, 08:21

Das Problem ist, dass relativierende Sätze wie: Qualitativ schlechte Betreuung führe möglicherweise zu Bindungsstörungen, diese wiederum möglicherweise zu einem höheren Risiko, psychisch zu erkranken, im Text so gut versteckt sind, dass die Botschaft rüberkommt: Krippenbetreuung ist per se schlecht. Das will der Autor wohl auch. Mit welchem politischen Motiv? Finde ich nicht gut.

8

Montag, 16. April 2012, 08:25

Mich würde ja interessieren ob der Mann Kinder hat und ob er in Elternzeit war? Vermutlich nicht, vermutlich verdient er als Arzt eine ganze Menge und falls er Kinder hat macht das alles seine Frau und er redet klug daher ... sorry, aber sowas nervt mich wirklich...

9

Montag, 16. April 2012, 08:26

eben blue sea, statt "per se" schlecht hätten sie schreiben sollen ....."bei uns schlecht" und lösungsvorschläge machen sollen
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10

Montag, 16. April 2012, 08:28

Und es ist nicht mal durchgehend bei uns schlecht, verbesserungswürdig allemal, aber bei weitem nicht so dunkel wie gemalt

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11

Montag, 16. April 2012, 08:28

Ich finde die Forderung, die Entscheidung der Eltern bezüglich einer "Fremdbetreuung" von ökonomischen Zwängen unabhängig machen zu müssen, sehr gut und auch im Sinne von uns AE.
Die wissenschaftlichen Befunde erscheinen mir plausibel, welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können, kann selbstverständlich diskutiert werden.

Ich erinnere mich, dass ein (von mir ansonsten sehr geschätzter) Professor während meines Studiums in den 90er Jahren ähnlich argumentierte (stärker aus der Bindungsforschung kommend). Bei der potentiellen sozialpolitischen Dimension seiner Argumentation gab es großen Widerspruch ("Frauen zurück an den Herd"?). Doch aus der Sicht der Kinder, für die die Bindung an ihre Bezugsperson(en) zweifelsfrei eine wichtige Rolle in der frühkindlichen Entwicklung spielt, ein bedenkenswertes Plädoyer.
Ich denke und hoffe, dass im Idealfall beides gelingen kann: eine sichere und stabile Bindung, die das Kind "entspannt" groß werden lässt und auf dieser Basis der Erfahrungsreichtum durch zusätzliche "Erlebniswelten"..

Insgesamt ein interessantes und schwieriges Thema, bei dem es m.E. nicht "schwarz-weiß" gibt. Danke für den Artikel, Frascita!

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12

Montag, 16. April 2012, 08:33

Ich habe den Artikel nicht ganz gelesen, aber ich frage mich, wenn es den Kindern schaden würde, fremdbetreut zu werden und es (so viel habe ich gelesen) zu depressiven, straffälligen,... Kindern führt - müsste dann nicht ganz Frankreich voller leidender Kinder sein?

Eine Bekannte von mir (Französin in Dtl.) befand sich in einer Zwickmühle. Die französischen Angehörigen plädierten dafür, dass Kind frühstmöglich in die Kita zu geben und die Deutschen hielten dagegen und vertraten die Meinung, dass ihr Kind Schaden nehmen wird, wenn es vor dem Alter von 3 Jahren fremdbetreut wird. Sie war vollkommen verunsichert. Und hat irgendwann entschieden, sie vertraut ihrem Gefühl und macht es so, wie SIE es für richtig hält.
Eine Scheidung ist viel teurer als eine Hochzeit,
dafür hat man auch länger Freude dran.


13

Montag, 16. April 2012, 08:36

eben nothern soul, und alle skandinavischen länder auch.....
trotzdem muss ich sagen, dass ich da auch zwiegespalten bin......ich hätte mir gewünscht, mein kind hätte nicht schon mit 11 monaten in eine krippe gehen müssen, leider ging das aber nicht anders
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(28 Tage)

14

Montag, 16. April 2012, 08:45

Ich finde erstaunlich wie leicht ihr die Bedenken des Artikel einfach weg schiebt, hinter diesen neuen Erkenntnissen stehen immerhin eine ganze Reihe von Kinderärzten. Und es geht hier nicht allein um irgendwelches politisieren sondern ganz konkrete wissenschaftliche Meßwerte. Diese Meßwerte beruhen darauf das bei Kindern das Streßhormon Cortisol gemesen wurde und zwar in den USA wo aus wirtschaftlichen Gründen (die Löhne sind da oft so niedrig , das direkt praktisch ab der Geburt wieder beide Elternteile arbeiten mußten ) , also sehr früh eine außerelterliche Betreung stattfinden mußte und muß. Sie deckt sich mit meinen eigenen Beobachtungen , ich fand es immer schon sehr merkwürdig und "abartig" das kaum auf der Welt die Babys außerelterlich betreut werden . Glauben die Leute wirklich irgendein Angestellter der einen Job macht, kümmert sich genauso um ein Kind wie eine Mutter oder Vater? und da sind genauso tiefe Bindungen vorhanden ? - sehr naiv ! Aber daraus resultiert weder die " Frau zurück an den Herd" Politik oder sonst eine rückwärts gerichtete Politik sondern lediglich die Forderung nach einem Rahmen, der es (auch finaziell) ermöglicht diese für ein Baby/Kleinkind) unerläßliche bindung bzw Zeit mit dem Kind zu ermöglichen.
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15

Montag, 16. April 2012, 08:50

Ich verstehe den Artikel dahin gehend, das die Erziehungs- und Betreuungsleistung von Eltern - und da bezieht er die Väter ausdrücklich mit ein - nicht noch weiter entwertet werden soll. - Und da gebe ich ihm recht.

Natürlich gibt es Situationen in denen 1-Jährige in eine Krippe müssen - aber daraus soll nicht abgeleitet werden, dass dies der Normalfall sein muss damit alle Eltern frühestmöglich der Arbeitswelt wieder zu Verfügung stehen.

Eltern sind das Beste was einem Baby / Kleinkind passieren kann ..... und dann kommt lange nix - und dann erst alles andere.


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MyMarlena

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16

Montag, 16. April 2012, 09:15

Hi!

Ich fand den Artikel jetzt gar nicht mal so negativ gegen Krippenbetreuung.

Ich lese da mehr heraus, dass qualitativ minderwertige Kinderbetreuung Kindern schadet. Und dessen bin ich mir sicher. Und ganz ehrlich: Hätte ich genug finanzielle Mittel, würde ich eine ausgebildete Kinderfrau hier einstellen, die meine Tochter betreut, bis sie 2,5 Jahre ist und selbst würde ich 20 Stunden arbeiten, plus 5 Stunden pro Woche Regenerationszeit für mich (Sport, Sauna, Wellness) damit sie eine zufriedene gutaussehende ausgeglichene, liebevolle Mama hat. Dann würde ich mir eine super-tolle Kita aussuchen, die tolle liebe ausgeglichene, intelligente gutbezahlte Erzieherinnen vorweisen kann, mit dem traumhaften Betreuungsschlüssel 3:1.

Oder mein wunderbarer mir liebevoller und zugewandter Partner würde sagen: Mein liebster Schatz, bleib du drei Jahre zu Hause, ich mache das hier so lange jobmäßig, bleib du bei der Kleinen, ab dem 3. Jahr gehen wir beide auf Teilzeit. Natürlich ist auch er ausgeglichen und brint mir alle 2 Wochen einen Blumenstrauß mit.

Es gibt Menschen, die haben das Glück, dass ihr Leben ein Ponyhof ist. Ich nicht. Sei's drum. Das Beste daraus machen. :brille

frascita

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17

Montag, 16. April 2012, 09:20

Was erwartest du von einer Webseite wo die unsägliche Frau Christa Meves ein Grußwort für eine Tagung spricht (www.familie-ist-zukunft.de/seite/?page_id=71)?
Ich hab den Artikel eigentlich aus der FAZ. Da es dort aber Geld kostet, Artikel aus dem Archiv zu lesen, habe ich auf diese Seite zurückgegriffen. ;)


Ich habe das Glück, eine wirklich gute Krippe erwischt zu haben, in der mein Sohn sich sehr wohl fühlt.
Er hat eine sichere Bindung zu mir, aber eben auch eine Bindung zu seinen Erzieherinnen.
Viele Dinge, die in der Krippe geboten werden (z.B.: soziales Lernen unter Gleichaltrigen) kann ich zu Hause nicht ermöglichen.
Mein Sohn wurde das ganze erste Jahr von mir 24/7 betreut. Er schläft immer noch bei mir im Bett und die Nachmittage gehören ihm.
Er ist nicht gestresst, wenn er aus der Krippe kommt. Eher ausgeglichen.
Natürlich wird es Kinder geben, die im Alter von 1 Jahr noch mit einer solchen Situation überfordert sind. Da gilt es für die Eltern abzuwägen.
Und zu den Meßwerten: Es ist in meinen Augen eben so ein Korrelationsstatistischer Ansatz wie die PISA-Studie. Aufgezeigt wird, dass Krippe und Stress häufig gemeinsam auftreten.
Nicht gezeigt wird, ob die Krippe, oder das Verhalten der Eltern, zu früher Fernsehkonsum, falsche Ernährung,... zu dem Stress führen. Man müsste so viele Variablen (zusätzliche Stressoren) ausschalten, dass meiner Meinung nach eine verlässliche Aussage nicht möglich ist.

Vor dem Hintergrund, dass die FAZ eher eine schwarz-gelb zugewandte Tageszeitung ist, macht es durchaus Sinn, dass ein solcher Artikel (mit angeblich wissenschaftlich fundierten Ergebnissen) im April erscheint und somit der Diskussion um das geplante Betreuungsgeld Aufwind im Sinne der Regierung gibt! :pfeif
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18

Montag, 16. April 2012, 09:21

RE: Die angeblich dunkle Seite der Kindheit

Zufällig bin ich auf einen FAZ-Artikel des Arztes Dr. Rainer Böhm gestossen, der mich ziemlich aufgeregt hat:

http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/…-faz-040412.pdf

Fazit des Artikels, Krippenbetreuung ist schlecht für Kinder, sie werden dadurch gestresst und das ganze ist sowieo nur von Wirtschaftslobbyisten vorangetrieben. :kopf

Ich finde der Artikel ist ein Schlag ins Gesicht jeder/s Alleinerziehenden...
Was meint ihr dazu?

Edit: Ich muss los, mein Kind der dunklen Seite aussetzen und es in die ach so furchtbare Krippe bringen. :ohnmacht:


Ich empfinde den Artikel als sehr spannend. Und als seriös, weil er sich auf breite, wesentliche Untersuchungen stützt, die der Autor versucht, sehr wertfrei darzustellen. Anders sieht das mit der headline sowie der Einführung aus, die mutmaßlich der verantwortliche Redakteur geschrieben hat ... Dem Artikeltext entspricht das jedenfalls nur bedingt.
Das Fazit von Dir lese ich so nicht heraus. Vor allem könnte ich es nicht in drei Sätzen zusammenfassen, da der Autor sehr differenziert Vor- und Nachteile einer Eigenbetreuung und einer Fremdbetreuung unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen beschreibt.
Was er allerdings deutlich bemängelt, ist die schlechte Vorbereitung der Einrichtung von Krippenplätzen, die eine bestmögliche Qualität deutlich verhindert.
Liebe Grüße


Bap


Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

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19

Montag, 16. April 2012, 09:24

die tolle liebe ausgeglichene, intelligente gutbezahlte Erzieherinnen vorweisen kann, mit dem traumhaften Betreuungsschlüssel 3:1.
So eine Krippe habe ich zum Glück gefunden. Ok, Betreunungsschlüssel 4:1, aber auch das finde ich noch traumhaft.

ErzieherInnen sind in den meisten Fällen sehr liebe, sehr motivierte und sehr gut ausgebildete Menschen. Ihre Ausbildung dauert so lange wie ein Studium. An der Bezahlung und der Anerkennung in der Gesellschaft hapert es nur leider...
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20

Montag, 16. April 2012, 09:30

was anderes bleibt uns ja auch nicht übrig bri ;)
trotzdem finde ich dass deutschland im hinblick auf kinderbetreuung immer noch ein entwicklungsland ist.....erst wird man total alleine gelassen, dann wird gemeckert
in anderen ländern klappt das doch auch und da wird gar nicht groß darüber diskutiert :frag


Das ist klar. Aber was bleibt Dir? Überleg mal, wie lange es schon Eltern gibt, die protestieren, ermahnen, Verbesserungsvorschläge machen...
Eigentlich bleibt nur auswandern....

21

Dienstag, 17. April 2012, 18:00

Ich finde erstaunlich wie leicht ihr die Bedenken des Artikel einfach weg schiebt, hinter diesen neuen Erkenntnissen stehen immerhin eine ganze Reihe von Kinderärzten. Und es geht hier nicht allein um irgendwelches politisieren sondern ganz konkrete wissenschaftliche Meßwerte. Diese Meßwerte beruhen darauf das bei Kindern das Streßhormon Cortisol gemesen wurde und zwar in den USA wo aus wirtschaftlichen Gründen (die Löhne sind da oft so niedrig , das direkt praktisch ab der Geburt wieder beide Elternteile arbeiten mußten ) , also sehr früh eine außerelterliche Betreung stattfinden mußte und muß. Sie deckt sich mit meinen eigenen Beobachtungen , ich fand es immer schon sehr merkwürdig und "abartig" das kaum auf der Welt die Babys außerelterlich betreut werden . Glauben die Leute wirklich irgendein Angestellter der einen Job macht, kümmert sich genauso um ein Kind wie eine Mutter oder Vater? und da sind genauso tiefe Bindungen vorhanden ? - sehr naiv ! Aber daraus resultiert weder die " Frau zurück an den Herd" Politik oder sonst eine rückwärts gerichtete Politik sondern lediglich die Forderung nach einem Rahmen, der es (auch finaziell) ermöglicht diese für ein Baby/Kleinkind) unerläßliche bindung bzw Zeit mit dem Kind zu ermöglichen.




Genau so sehe ich das auch!! Die frühkindliche Bindung ist unerlässlich für eine stabile Persönlichkeit. Dadurch, dass auch Erzieher/Innen eine hauptsächlich praxisorientierte Ausbildung erhalten, sind unsere Kinder dort nicht immer gut aufgehoben. Wobei viele Erzieher intuitiv richtig handeln und sich auch sehr viel Mühe mit den Kindern geben. Es müsste sehr viel an der Ausbildung verändert werden und Erzieher/Innen müssten mehr als Lehrer verdienen, weil sie die Basisarbeit leisten. Ein Studium, welches die Bereiche Entwicklungspsychologie und Soziologie umfasst, ist m.E. unerlässlich.

Aber bevor sich das ändert, sind unsere Kinder nicht immer gut im Kindergarten untergebracht und jeder, der sich verantwortungsvoll um seine Kinder kümmern kann und möchte, sollte die Zeit im Kindergarten nicht allzu lange ausdehnen. Sofern dieses überhaupt als AE möglich ist.....und Betreuung für unter 3- jährige halte ich als recht bedenklich. Das haben längst alle Studien bewiesen und jegliche Psychologen- auch aus vergangener Zeit- bewerten dieses als sehr kritisch. Aber das wird wohl heute alles vergessen. Mütter sollen alle arbeiten, am besten schon nach kurzer Zeit. Wer zuhause bleiben möchte und das auch kann, wird ja als Nur- Hausfrau belächelt und genau das will unsere Politik....warum ist wohl die Frage....?!

22

Sonntag, 22. April 2012, 00:32

Hmm.
Den Artikel habe ich nicht gelesen, weil er mir aus irgendeinem Grund nicht erscheinen mochte - fragt meinen Computer.

Allerdings habe ich schon mehrfach gelesen und gehört, daß sich Fremdbetreuung für Kinder unter 3 Jahre negativ auswirke. Interessanterweise meist von Eltern, die wahrscheinlich ebenfalls keine Fremdbetreuung im Vorschulalter erfahren haben.

Mein Kind wird fremdbetreut seit seinem vierten Lebensmonat. Genau - weil meine Arbeitsstelle sonst weggewesen wäre. Dabei hatte ich schon Glück, daß an die sechs Wochen Mutterschutz nahtlos die Betriebsferien paßten.
Allerdings kam mein Kind nicht in die Krippe, sondern zum gleichen Tarif (die Differenz wurde vom Jugendamt bezahlt) zu einer Tagesmutter. Leo hat sie geliebt. Außer meinem Sohn betreute sie noch zwei, übergangsweise auch mal drei weitere Kinder. Außerdem hatte sie eine ca. zwölfjährige Tochter, die sich ebenfalls viel mit den Kindern beschäftigte.
Für mich war es wie die Betreuung durch eine Tante oder so - sehr familär. Als zum Beispiel einmal die gesamte Stadtautobahn wegen eines Bombenfundes gesperrt worden war, kam ich erst 5 (in Worten: Fünf) Stunden später bei ihr an. Sie übergab mir Leo lächelnd, frisch gewickelt UND beabendbrotet. "Ja, ja, ich hab's schon im Radio gehört. Der Stau muß ja furchtbar gewesen sein."

Der Eintritt in den Kindergarten war schon schwieriger. Trotz behutsamer Eingewöhnungszeit hat Leo viel geweint; heute glaube ich, aus Reizüberflutung. Nun ja, mit drei Monaten ist eben eine gute Zeit für eine neue Beziehung, mit drei Jahren eine ganz schlechte. Aber was will man machen. Durch meinen Umzug wollte ich vorher keinen Betreuungswechsel.
Wahr wurde allerdings auch eine Prophezeiung anderer Mütter, wirklich mehrfach gehört: Durch den Kindergarten wird Dein Kind einen Entwicklungssprung machen, das glaubst Du nicht!
Nach der Eingewöhnung war Leo dann sehr glücklich im Kindergarten. Durch diese zweite Lebenswelt hat er das bekommen, was ich ihm nicht bieten konnte oder wollte: Endlose Bastelstunden, Sport und Mannschaftsspiele, das (ziemlich mühelose) Lernen, sich in ein Team einzufügen und - als Wichtigstes von allem - andere Kinder. Die Freundschaftstruppe von sechs Jungen hat die gesamte Kindergartenzeit hindurch gehalten, und der eine, der in die selbe Schule kam wie Leo, ist immer noch mit ihm befreundet.

Soweit ich statements von anderen Eltern bekommen habe, befürworten sie alle die Fremdbetreuung.
Auch, weil man nach einer Pause sein Kind viel mehr liebt, als wenn's einem den ganzen Tag auf den Keks geht.
Auch, weil die Erzieherinnen fast alle hochmotiviert sind und immerhin Fachschulausbildung haben.
Auch, weil die Kinder im Kindergarten einfach irrsinnig viel lernen, was sie in der Schule gut gebrauchen können.

Schlechte Betreuung hingegen hat natürlich immer negative Auswirkungen, Egal, ob in der Kinderbetreuung, in der Serviceabteilung des Telefonanbieters oder durch das Personal eines Lehrganges.
Ich war aber in der glückllichen Situation, mir verschiedene Kindergärten und -läden vorher ansehen zu können.

Gruß
Simone

joliena

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23

Sonntag, 22. April 2012, 17:01

Zitat von »Northern Soul«


Ich habe den Artikel nicht ganz gelesen, aber ich frage mich, wenn es den Kindern schaden würde, fremdbetreut zu werden und es (so viel habe ich gelesen) zu depressiven, straffälligen,... Kindern führt - müsste dann nicht ganz Frankreich voller leidender Kinder sein?

Zitat von »frl.keksberg«


eben nothern soul, und alle skandinavischen länder auch.....


In Frankreich und Skandinavien haben Erzieherinnen ein sehr hohes Ausbildungsniveau. Dort versteht man unter frühkindlicher Förderung und Bildung ganz selbstverständlich, dass dies auch von qualifiziertem Personal getragen werden muss. In Deutschland hingegen lässt man gerne so ziemlich jeden auf die Kleinen los. Erziehermangel? Kein Problem, dann nehmen wir eben Praktikanten und hoffen, dass das Ganze (weil nicht ganz legal) nicht auffliegt. Oder man denkt ganz offen darüber nach, langzeitarbeitslose Harzt-IV-Empfänger im Crash-Kurs umzuschulen. Basteln kann schließlich jeder. Man arbeitet mit allen Tricks um die Vorgaben des offiziellen Personalschlüssels zu erfüllen. Ein Schlüssel, von dem viele Fachleute sagen, er sei ohnehin schon nahe an der Kindeswohlgefährdung. Für den Beruf der Kinderpflegerin reicht auch schon der niedrigste Schulabschluss, den das deutsche Schulsystem hergibt. Man nimmt eben, was man (möglichst billig) bekommen kann.
Wer wirklich glaubt, dass Kind von einer 20-jährigen Hauptschulabsolventin, die schlimmstenfalls kaum einer gewählten deutschen Sprache mächtig ist, besser gefördert werden kann, als von seiner gut ausgebildeten (Akademiker-)Mutter, der hat schon ein recht merkwürdiges Verständnis davon, wie Menschen lernen. Und was das Lernen von Sozialverhalten anbelangt: Bei 25 Kindern auf (bestenfalls) 2 Betreuerinnen herrrscht nicht selten pure Anarchie!

Klar hat man als Alleinerziehende keine Wahl. Ich finde es auch nicht richtig, Eltern dafür zu verurteilen. Aber muss man deswegen ein System anpreisen und verherrlichen? Ich habe mich auch für Krippe und Kindergartenbetreuung (immer ganztags) entschieden, würde es aber in einer Partnerschaft und bei weiteren Kindern wohl nie wieder so machen - zumindest nicht in Deutschland.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »joliena« (22. April 2012, 17:01)


24

Sonntag, 22. April 2012, 17:12

Ja das muss man. Denn die Webseite hat einen strukturkonservativen Hintergrund, der einen - ökonomisch ohnehin geförderten und politisch wünschenswerten - Systemwandel in Familien (Frauen weg von KKK) verhindern möchte und der dazu "Studien" nutzt. Alleinerziehende sind dabei natürlich auch schon knapp vor Hölle.

Jene Christa Meves auf die ich oben verwies ist da eine der Galionsfiguren, trat hier mal bei der kath. Kirche in einer Großveranstaltung auf, gegen die letztlich die innerkatholische Schwulenbewegung mobilisierte. Das gab einen kleinen Eklat. Wer mal Meves und ihre reaktionäre Ideologie - sie tritt immer als Expertin für Kinderpsychologie auf - gelesen hat wird man wissen was ich meine. Rückschrittlich bis dorthinaus übrigens auch im Sektor Sexualaufklärung und Umgang mit Nacktheit und kindlicher Neugier in dem Gebiet.
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Sonntag, 22. April 2012, 17:55

Ich finde die Forderung, die Entscheidung der Eltern bezüglich einer "Fremdbetreuung" von ökonomischen Zwängen unabhängig machen zu müssen, sehr gut und auch im Sinne von uns AE.
Die wissenschaftlichen Befunde erscheinen mir plausibel, welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können, kann selbstverständlich diskutiert werden.
Ich empfinde den Artikel als sehr spannend. Und als seriös, weil er sich auf breite, wesentliche Untersuchungen stützt, die der Autor versucht, sehr wertfrei darzustellen. Anders sieht das mit der headline sowie der Einführung aus, die mutmaßlich der verantwortliche Redakteur geschrieben hat ...
Ich finde erstaunlich wie leicht ihr die Bedenken des Artikel einfach weg schiebt, hinter diesen neuen Erkenntnissen stehen immerhin eine ganze Reihe von Kinderärzten. Und es geht hier nicht allein um irgendwelches politisieren sondern ganz konkrete wissenschaftliche Meßwerte.

Dieser Artikel spricht mir gewissermaßen aus der Seele, denn er erklärt endlich mal das, was ich schon immer intuitiv empfunden habe:
Eine ganztägige Fremdbetreuung, vor allem in Gruppen, ist nicht gut für Kinder unter 2-3 Jahren. Ich habe meine beiden Kinder nicht betreuen lassen in dem Alter.
Kleinkinder haben die nötigen sozialen Kompetenzen einfach noch nicht, sich in einer Gruppe zurechtzufinden, und der Nachweis, dass das ihren Stresspegel deutlich erhöht, ist für mich absolut nicht erstaunlich.

Ich will keineswegs die AE oder verheirateten berufstätigen Mütter, die ihre Kleinkinder betreuen lassen aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, an den Pranger stellen - hier liegt das Problem am System und die Eltern müssen sehen, wie sie klarkommen.
Aber diese wissenschaftlichen Befunde sollten uns doch zu denken geben!
Gruß
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Sonntag, 22. April 2012, 18:19

hier liegt das Problem am System und die Eltern müssen sehen, wie sie klarkommen.


Eltern sollten ihre Kinder unter drei nicht in Fremdbetreuung geben MÜSSEN, das ist für mich ein DER Mißstand, denn viele Kinder zeigen doch so deutlich an, dass sie noch nicht soweit sind und dringend die Mama oder den Papa etwas länger noch um sich bräuchten, aber die armen Würmle müssen da durch, weil von Luft und Liebe keiner satt wird.

Meine Kinder hatten keine Eingewöhnungsprobleme im Kiga und wurden nicht krank. Ich glaub nämlich dran, dass uns Krankheiten auch immer auf was aufmerksam machen. Bin ich verschnupft, Hals ist dicht, dann war mir alles zuviel, ich mache dicht, lass nix mehr rein, werde zur Ruhe gezwungen. Es liegen eigentlich immer anstrengende Phasen hinter mir, wenn ich krank werde und so seh ich das auch bei den Kleinen.

MyMarlena

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Sonntag, 22. April 2012, 18:59

Für mich steht und fällt alles mit dem Punkt "Qualität"

Und so lange ich überhaupt die Möglichkeit habe zu wählen, kann ich mich für die Krippe/Kita entscheiden, die einer qualitativ hochwertigen Betreuung am nächsten kommt. Aber selbst das ist ja nicht gegeben. Ich wurde vor Ort von 5 Krippen abgelehnt, vom wählen bin ich Lichtjahre entfernt, nächstes Jahr das gleich Spiel zum Eintritt in die Kita, um Hortplätze wird hier unter Eltern heftig gekämpft.

Die Einstellung zum Wert von Erziehungsarbeit stimmt hier eben nicht. Auf keiner Ebene. Das zeigt auch wieder die Höhe des Betreuungsgeldes. 150€. Was soll das sein? Der Witz des Monats?

Was soll die Alternative sein? Schwedisch-Kurs an der Volkshochschule belegen und auswandern? ;) Wir Mamas hier in der Gegend versuchen es über persönlichen Austausch. Wir geben gute Erfahrungen mit guter Kinderbetreuung weiter...und nehmen weitere Monat berufliher Auszeit in Kauf, manche fahren morgens eben länger, bis zu ihrer Wunsch-Kita....es ist wie es ist.

sangreal83

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28

Sonntag, 22. April 2012, 19:47

hm, laut artikel müssen wir "ossis" ja mal durch die bank verkorkst sein... :hae:

am liebsten würde ich gegenfragen stellen:
- wo ist die vergleichsgruppe berücksichtigt?
- wer soll den finanziellen ausgleich bezahlen?
- wie soll sich ein/e ae organisieren, um allem gerecht zu werden?

nein, der artikel ist mir zu plakativ.

ich teste ja nun beruflich kinder ab kiga-alter - da ist mir noch kein zusammenhang zwischen früher fremdbetreuung und ausprägung von problemen aufgefallen.
es gibt genauso bis ins gs-alter von eltern betreute kinder, die auffällig sind (und davon nicht wenige).

aber ich stimme insofern überein, dass die qualität der betreuung deutlich gesteigert werden muss:
- qualitätsanalysen durchführen,
- erkenntnisse daraus umsetzen und leben,
- ausbildung der erzieher qualitativ steigern,
- betreuungsschlüssel max. 5 kinder pro erzieher/in

(aber auch da: wer soll´s bezahlen?)

Lovrel

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29

Sonntag, 22. April 2012, 20:23

Ich finde den Artikel auch sehr gut.
Er ist wertfrei und faktenorientiert verfasst, orientiert sich an wissenschaftlichen Ergebnissen.

... und macht mir Sorgen... :flenn


Jedes Verhalten, dass ein Mensch zeigt, ist für ihn in seinem Kontext sinnvoll.

DieCaro

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30

Sonntag, 22. April 2012, 21:24

Ich habe den Text so verstanden, dass er zum Einen unser ekliges Betreuungssystem anprangert (Krippenplätze für alle um jeden Preis, am Besten Ganztags) und zum Anderen den Staat auffordert, Eltern wirklich eine ernsthafte Alternative in Form von staatlicher Subvention zu gewähren. Sogar in meinem Heimatkaff müssen mittlerweile fast alle Familien doppelt verdienen, damit sie sich ihren Lebensstandart halten können (damit meine ich nicht 5 Fernreisen pro Jahr), im München wohnt der DurchschnittsAE räumlich begrenzt und kann z. T. Eisausflüge nicht nur vom Wetter abhängig machen, weils einfach hint und vorn trotz Job net 100 % reicht... Also ist natürlich die erste Entscheidung mehr zu arbeiten für weniger Sorgen. All dies ist natürlich das Problem einer Gesellschaft die inoffiziell nach dem Motto lebt: "Wer Kinder hat, ist selber schuld"

Ich glaub auch, dass an dieser Stresssache was dran ist. Denn wenn schon Erzieher auf die Straße gehen um für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken, weil es permanent zu laut ist, Personal schlichtweg fehlt (man muss ja den Gesetzentwürfen nachkommen und Betreuungsplätze zur Not auch ohne entsprechend qualifiziertes Personal zur Verfügung stellen können), kurzum, die schon alle zu sehr belastet werden, wie gehts dann erst den ganz Kleinen, die noch nicht mal formulieren können, was los ist?

Es ist alamierend, es ist skandalös...aber in meinen Augen ist kein Zeitpunkt abzusehen, an dem sich das ändern wird... Und das find ich wiederrum sehr schad. Vor allem weil man diesen Forschungsergebnissen ohnmächtig gegenüber steht und keine Möglichkeit hat, sich aus dieser Verstrickung zu befreien...:(

Lg Caro

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