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31

Montag, 14. November 2016, 12:38

Ob es sich lohnt es auf einen Umgangsbeschluß ankommen zu lassen?
Gute Frage, die habe ich mir auch schon gestellt.

Was wäre denn dann anders, außer das ich ggf. die Fahrtkosten gezahlt bekomme? (Scheint ja auch nicht immer der Fall zu sein wie andere schon geschrieben haben)
Ich frag das jetzt so blöd, weil ich keine Idee habe was dann anders bzw. vorteilhaft wäre. Scharf bin ich auf Gericht nicht...

Lg Frucade


Der Ansatz sollte anderes sein - nicht du solltest die Fahrkosten erstattet bekommen, sondern Vater & Umgangsbegleiter bekommen das Kind quasi ab Haustür
und müssen sich selbst drum kümmern, wie sie zu dir kommen.

Frucade

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32

Montag, 14. November 2016, 12:45

O.K. danke. Aber wie gesagt - hat der Umgangshelfer gleich vom Tisch gewischt, weil er da mehrere Umgänge vor Ort hat und nicht wegkann.
Er ist also "raus"

Jugendamt versucht sich da rauszuhalten und fand mein Ansinnen auch so "naja" und stellt sich tot.

Der erste Umgang soll bald stattfinden. Ich denke die werden es alle aussitzen, fühlen sich nicht zuständig und/oder fragen mich frech ob ich denn etwa nicht den Umgang fördern möchte...

Ich frage mich bzw. euch auch, wie ich nun weiter vorgehen soll. Nochmal ne Mail ans Jugendamt und fragen was mit Fahrtkosten ist, anderenfalls entfällt der anstehende Umgangstermin?

:hilfe

33

Montag, 14. November 2016, 13:41

Ja dann gibts halt keinen begleiteten Umgang, sondern gleich einen unbegleiteten, wenn diesen keiner zahlen möchte.
Ziel eines begleiteten Umgangs soll die Hinarbeitung auf unbegleiteten Umgang sein (Kostenfrage ist dann eindeutig geklärt - Umgang zahlt UET).

Oder was ist eigentlich das Ziel dieses betreuten Umgangs, der für meinen Geschmack mit 1 Jahr!!! schon a bissl arg lang ist.
Grüsse Tani :wink


Du bist nicht das was Du sagst, sondern das was Du tust!

34

Montag, 14. November 2016, 15:56

Von was für Kosten reden wir hier überhaupt und was kannst du an dem Ort während des Umgangs machen?

Evtl. gibt es ja irgendwas in der Nähe, damit du die Zeit für dich nutzen kannst?

Wir haben das meistens mit dem Wocheneinkauf oder einer Tasse Kaffee im Café nebenan verbunden.

Ist der KV denn zuverlässig. Wird er die Termine regelmäßig wahrnehmen?

Evtl. gibt es tatsächlich über ALG2 die Möglichkeit die Kosten zu beantragen.

Frucade

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35

Mittwoch, 16. November 2016, 11:52

Hallo,

das Ziel ist nicht so genau definiert. Aussage "Jetzt machen wir erstmal dieses Jahr begleiteten Umgang und dann schauen wir mal wie die Situation dann ist, ob dann nochmal Verlängerung nötig ist..."

In der Nähe ist ein Einkaufszentrum. Bringt mir aber ohne Geld und an Sonntagen auch nichts. Bin von den Terminen größtenteils von den Zeitvorgaben des Umgangshelfers abhängig, wann der eben kann.

Welche Möglichkeit gibt es denn über ALG2 die Kosten zu beantragen? Der Sachbearbeiter sagte schon zweimal nein. Gibt es da ein Zauberwort? Weißt Du das Traumtänzerin?

Lg Frucade

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36

Mittwoch, 16. November 2016, 12:14

Also ich würde einen Antrag schreiben: Hiermit beantrage ich Mehrbedarf gemäß §21 SGB2 Punkt 6, zur Finanzierung der Umgangskosten . Da vom JA XY begleitete Umgänge für die Dauer eines Jahres vorgesehen sind, die ich in der Pflicht bin zu ermöglichen, aber nicht in der Lage bin zu finanzieren, bedarf es dieses Mehrbedarfs.

Es handelt sich um die Summe XY, für xx km, so und so oft im Monat, in Summe also : XY Euro

Aus den beigefügten Unterlagen können sie meine Verpflichtung zu diesem begleiteten Umgang sehen.

Für Rückfragen diesbezüglich steht ihnen beim JA Frau XY zur Verfügung. Eine Finanzierung über das JA scheidet leider aus.

Ich freue mich über einen schnellen positiven Bescheid.

Mit freundlichem Gruß, Frucade

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37

Mittwoch, 16. November 2016, 12:52

Also "Mehrbedarf" ist das Zauberwort?
Werd es nochmal probieren...
Danke

thursdaynext

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38

Mittwoch, 16. November 2016, 13:33

Ja, genau!

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39

Mittwoch, 16. November 2016, 13:45

Ich würde den Antrag beim Jobcenter so stellen wie oben beschrieben und unten aber noch drunter schreiben:

Bei Nichtzuständigkeit erwarte ich von Ihnen einen Bescheid über die Nichtzuständigkeit, sowie die Weiterleitung an den zuständigen Träger, da diese Kosten vom Regelsatz des SGB2 nicht abgedeckt sind.

Wenn dabei nichts rauskommen sollte, dann bitte zum Sozialamt gehn mit allem schriftlichem Krams und auf Paragraph 73 des SGB12 hinweisen, Hilfe in sonstigen Lebenslagen.

Viel Glück
LG W.T.

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Mittwoch, 16. November 2016, 17:34

Es gibt bei AlG 2 ein Formular für Mehrbedarf bei Umgang. Wenn du mir per PN dein zuständiges Jobcenter nennst, kann ich schauen ob ich es finde.

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Mittwoch, 16. November 2016, 18:42

Kleine Ergänzung, das Formular heißt schlicht BB.
Als Person, der die Kosten entstehn sollte das Kind/die Kinder stehen und nicht die Mutter, denn wenn die Mutter drin steht wird das abgelehnt. Aber auch die Kinder haben beim Jobcenter ein Recht auf Mehrbedarf was den Umgang betrifft, soweit ihnen Kosten entstehn:

Zitat

Kosten zur Wahrnehmung des Umgangsrechts
Entstehen einem geschiedenen oder getrennt lebenden Elternteil
regelmäßig Fahrt und/oder Übernachtungskosten aufgrund
der Wahrnehmung des Umgangsrechts mit seinen Kindern und
können diese nicht aus evtl. vorhandenem Einkommen, dem
Regelbedarf oder Leistungen Dritter bestritten werden, können
diese in angemessenem Umfang übernommen werden. Dies gilt
für die Kinder entsprechend, soweit den Kindern an Stelle ihrer
Eltern Kosten entstehen


Also wie geschrieben, steht die Mutter drin als diejenige, die die Kosten hat, wirds abgelehnt werden, da es um das Umgangsrecht zwischen Vater und Kind geht, beide wären im Falle des Bezugs von Leistungen nach SGB2 berechtigt, diesen Mehrbedarf geltend zu machen. BB- Antrag ausfüllen für das Kind, Nachweise nicht vergessen.
LG W.T.

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Sonntag, 20. November 2016, 19:40

Hallo,
dass damals und jetzt auch wieder direkt ein ganzes Jahr bewilligt wird (vom JA) ist ungewöhnlich.

Es gibt ja zwei Arten an den BU zu kommen, 1.) beide Eltern stellen beim JA einen entsprechenden Antrag und das JA bewilligt diesen 2.) das Gericht ordnet BU an.

Das kommt sich meines Wissens nach aber rechtlich auf das gleiche raus, zumindest was die Finanzierung angeht. Die läuft ja in beiden Varianten über das JA und die entsprechende rechtliche Verordnung.

Das hat jetzt weniger was mit den Fahrtkosten zu tun, als mit dem BU als solches. Du hättest also bei eurer Konstellation auch sagen können BU will ich nicht. Das hätte verschiedene denkbare Konsequenzen haben können: 1.) es findet kein Umgang statt 2.) es findet unbegleiteter Umgang statt 3.) ein Gericht ordnet auf Antrag BU (oder eine andere Form des Umgangs) an oder setzt Umgang aus

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43

Mittwoch, 11. Januar 2017, 14:13

Es ist einiges passiert inzwischen. Die Umgänge sind gestartet (Fahrtkosten trage natürlich wieder ich) und nach den ersten drei Umgängen flattert mir ein Schreiben vom Amtsgericht ins Haus.
Der KV möchte das Kind von Fr - So alle 14 Tage und in der Woche dazwischen von Do abend auf Fr früh um 10:00. BÄM

Wir stehen nun kurz vor der Verhandlung. Verfahrensbeistand hat mit KV, mir und Kind gesprochen und eine Empfehlung ausgesprochen.
Diese lautet auf begleiteten Umgang jedes Wochenende und zusätzlich 1x pro Woche (ggf. im Kindergarten). Außerdem ein psychologisches Gutachten des KV bevor weitere Überlegungen zu unbegleitet angestellt werden können.
Ebenso Elterngespräche und psychologische Begleitung des Kindes stehen in der Empfehlung.

Bin aus den Latschen gekippt! Also erst den Zwerg möglichst oft zum KV karren und dann psychologisch betreuen lassen, damit er damit klar kommt. :radab
Das soll für das Kindswohl sein???

Der zeitliche Aufwand ist auch der Hammer! 2x Umgang die Woche (bisher hab ich das Kind hingekarrt, Aufwand 4 Std insgesamt) und dann noch Elterngespräche und psychologische Betreuung fürs Kind!
Wann soll das denn überhaupt stattfinden? Ich bin in der Weiterbildung, Zwerg bis fast 15:00 Uhr im Kiga und der KV arbeitet nachmittags...

Bin total erschlagen und weiß nicht wie ich das alles wuppen soll. Und jedes WE die spinnen doch! Wir haben auch noch ein Leben!!!
Nächste Woche hab ich noch ein Gespräch mit meinem Anwalt, aber ich kratze gerade alle möglichen Argumente dagegen zusammen. Zu Hülf!

:hilfe :hilfe :hilfe

44

Mittwoch, 11. Januar 2017, 17:43

Du mußt in deiner Arbeitszeit nichts tun und ich sehe auch eigentlich keinen Grund gegen eine Begleitung an eurem Wohnsitz. Darauf solltest du beharren oder jemand anderes soll das Thema Logistik lösen, denn
auch ein FS und ein Auto sind nicht selbstverständlich.

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Mittwoch, 11. Januar 2017, 20:08

Auf jeden Fall würde ich Umgang jedes WE ablehnen! Du musst auch freie Zeit mit Kind haben können, die nicht durch die BU verplant ist. Vielleicht wollt ihr ja auch mal spontan wegfahren, oder bekommt Besuch, das ist ja dann alles lahmgelegt durch so eine Regelung.

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46

Mittwoch, 11. Januar 2017, 20:46

hallo lena, was ist denn ein FS?
ja klar werde ich das ablehnen. aber ob das jemanden interessiert? bis jetzt zumindest nicht...

die frage ist: wie verargumentiere ich das. klar, freie zeit für freie bürger und so, aber reicht das?

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47

Mittwoch, 11. Januar 2017, 21:19

Also mit FS ist wohl Führerschein gemeint.

Was soll denn mit dem BU im KG sein, doch höchstens im Anschluss an die KG-Betreuung, so dass dort quasi nur die Räumlichkeiten genutzt werden?

Das könnte doch eine Möglichkeit sein.(Jetzt mal abgesehen davon, dass der KV nachmittags arbeitet, aber das soll nicht dein Bier sein)

Fahrdienste zum Umgang in dem Umfang können nicht von dir erwartet werden.

Argument: Du kannst es dir finanziell und auch zeitlich nicht leisten. Hier ist der UET gefragt, dass Umgang an eurem Wohnort möglich ist.

Mit der psychologischen Begleitung bin ich zwiespältig.

Es ist natürlich wieder ein mehr an Terminen, aber andererseits guckt doch nochmal jemand neutrales wie es Kind damit geht, und ob es tatsächlich mit der Besonderheit von KV gut umgehen kann.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »thursdaynext« (11. Januar 2017, 21:41) aus folgendem Grund: komma mal wieder


48

Donnerstag, 12. Januar 2017, 10:49

hallo lena, was ist denn ein FS?
ja klar werde ich das ablehnen. aber ob das jemanden interessiert? bis jetzt zumindest nicht...

die frage ist: wie verargumentiere ich das. klar, freie zeit für freie bürger und so, aber reicht das?


Führerschein

Du sagst einfach - ich kann nicht. Nicht - ich will nicht.

Da sagt dein Anwalt einfach - Frau Frucade ist es nicht möglich das Kind am Mittwoch um 15 Uhr nach Groß-Klotzheim zu fahren. Der Umgang kann aber natürlich gerne
ab Aufenthaltsort des Kindes - Kindertagesstätte Regenbogen - in Klein-Ostheim erfolgen.

49

Donnerstag, 12. Januar 2017, 13:38

Das ist schon sehr eigenwillig, was du hier schilderst.

Jedes Wochenende plus unter der Woche ist eine ganz klare Aufbauregelung aka Anbahnungsregelung die man in der intensiven Weise dann macht, wenn im Grunde längst eine Bindung zwischen Vater und Kind da sein müsste - die kennen sich -aber aufgrund wilder Umgangsrythmen nicht hat zustande kommen können. Also sowas im Stil von 1 Jahr lang alle 4 Wochen 2 Stunden. Bei sowas KANN keine Bindung entstehn und das muss auch allen Beteiligten klar sein, kann also auch keine Anbahnungsregelung sein in dem Fall sondern eine Härtefalllösung.

Im Klartext:
Es gibt genau drei denkbare Gründe für begleiteten Umgang.

1) Es besteht zwischen Kind und Elternteil keinerlei Bindung, diese muss erst aufgebaut werden und der Umgangsbegleiter fungiert als Bindungsüberträger und Anker für das Kind vom betreuenden Elternteil zum Umgangselternteil. Das ist dann befristet, je nach Alter des Kindes auf maximal 2-3 Monate mit häufigen Umgangsintervallen. Macht dann gewöhnlich ein Umgangspfleger.

2) Es besteht ein hinreichender Verdacht, dass das Kind beim Umgangselternteil gefährdet sein könnte. In dem Fall ist Begleitung befristet bis zur Klärung dieses mutmaßlichen Gefahr, also bis z.B. die Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen oder ein psychologisches Gutachten oder ein Drogentest o.ä. abgeschlossen ist und dann wird neu angesetzt wie der Umgang zu regeln ist. Kann ein Umgangspfleger machen, kann aber auch institutionell gelöst werden.

3) das Kind kann de facto nicht mit dem Elternteil alleine gelassen werden. Der Fall ist gegeben bei schwer psychisch erkrankten UETs, schweren Suchterkrankungen... also alles was die Erziehungsfähigkeit des UETs praktisch komplett verneint. Dann wird Härtefallumgang für das Kind umgesetzt, damit es nicht in das Identitätsloch fällt, den Vater/die Mutter nicht zu kennen. DANN macht man Regelungen im Stile von alle 4 Wochen x Stunden und das läuft dann institutionell, also Kinderschutzbund, Jugendamt o.ä.

Die Häufigkeit der Umgänge hier spricht gegen 3), was die Frage aufwirft, was der jahrelang begleitete Umgang zu bedeuten hatte. Das Stichwort Mediation ist gefallen - das würde die Elternebene betreffen und nicht die Eltern-Kind-Beziehung....

Also was genau das Problem mit unbegleitetem Umgang ist, ist irgendwie...nicht klar.

Frucade

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50

Donnerstag, 12. Januar 2017, 19:24

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten. Ach so FS hab ich, aber kein Auto.
Wohne in einer größeren Stadt, nutze also öffentliche Verkehrsmittel.
Mit Laufwegen, Wartezeiten und Fahrtzeit sind wir 45 min bis 1 Std einfach von Tür zu Tür unterwegs.
(Alle anderen Umgangszentren im Grunde ähnlich von der Fahrtzeit)

Muß ich "ich kann nicht" nicht weiter begründen? Meine bisherige Erfahrung mit "Fachleuten" war da nicht so positiv.

Tüftels, was Du schreibst trifft es ins Schwarze. Ich empfinde es auch als sehr eigenwillig, es fühlt sich so an als ob mit angezogener Handbremse Vollgas gegeben wird.
(Und dabei ist bekanntlich ein Burnout die Folge...)

Ich wollte hier nicht die komplette Geschichte schildern, aber ohne ein paar Eckdaten ist es wohl auch zu obskur um die Lage einzuschätzen.
Deshalb zumindest ein paar Stichpunkte: KV psychisch krank, vom Vaterwerden überfordert mehrere Suizidversuche, Klinik, begleiteter Umgang für ein knappes Jahr, danach sollte in unbegleitet übergegangen werden (Vereinbarung war schon geschrieben) hat aber niemals stattgefunden da KV wieder (überfordert) für ein Jahr in der Klinik war. Vor einigen Wochen entlassen, haben wir wieder begleiteten Umgang gestartet - dann kam das Schreiben vom Gericht und der Rest den ich geschildert habe.

also 2) Tüftels

Ich verstehe jetzt trotzdem nicht warum da Umgangsmäßig so in die "Vollen" gegangen wird. Etwa um dem KV eine Perspektive zu geben?
Die psychologische Begleitung vom Zwerg finde ich übrigens als Einziges sinnvoll was die Empfehlung angeht. Allerdings wurde mir da bei dem Gespräch auch ein "und falls er sich tatsächlich Mal umbringt ist das Kind besser drauf vorbereitet" um die Ohren gehauen. :wow

Ja klar stimmt schon. Aber wenn man das alles als recht wahrscheinlich annimmt (zu Recht) ist doch "Vollgas" irgendwie die falsche Richtung mein ich!

51

Donnerstag, 12. Januar 2017, 19:39

Das ist schon sehr eigenwillig, was du hier schilderst.

Jedes Wochenende plus unter der Woche ist eine ganz klare Aufbauregelung aka Anbahnungsregelung die man in der intensiven Weise dann macht, wenn im Grunde längst eine Bindung zwischen Vater und Kind da sein müsste - die kennen sich -aber aufgrund wilder Umgangsrythmen nicht hat zustande kommen können. Also sowas im Stil von 1 Jahr lang alle 4 Wochen 2 Stunden. Bei sowas KANN keine Bindung entstehn und das muss auch allen Beteiligten klar sein, kann also auch keine Anbahnungsregelung sein in dem Fall sondern eine Härtefalllösung.

Im Klartext:
Es gibt genau drei denkbare Gründe für begleiteten Umgang.

1) Es besteht zwischen Kind und Elternteil keinerlei Bindung, diese muss erst aufgebaut werden und der Umgangsbegleiter fungiert als Bindungsüberträger und Anker für das Kind vom betreuenden Elternteil zum Umgangselternteil. Das ist dann befristet, je nach Alter des Kindes auf maximal 2-3 Monate mit häufigen Umgangsintervallen. Macht dann gewöhnlich ein Umgangspfleger.

2) Es besteht ein hinreichender Verdacht, dass das Kind beim Umgangselternteil gefährdet sein könnte. In dem Fall ist Begleitung befristet bis zur Klärung dieses mutmaßlichen Gefahr, also bis z.B. die Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen oder ein psychologisches Gutachten oder ein Drogentest o.ä. abgeschlossen ist und dann wird neu angesetzt wie der Umgang zu regeln ist. Kann ein Umgangspfleger machen, kann aber auch institutionell gelöst werden.

3) das Kind kann de facto nicht mit dem Elternteil alleine gelassen werden. Der Fall ist gegeben bei schwer psychisch erkrankten UETs, schweren Suchterkrankungen... also alles was die Erziehungsfähigkeit des UETs praktisch komplett verneint. Dann wird Härtefallumgang für das Kind umgesetzt, damit es nicht in das Identitätsloch fällt, den Vater/die Mutter nicht zu kennen. DANN macht man Regelungen im Stile von alle 4 Wochen x Stunden und das läuft dann institutionell, also Kinderschutzbund, Jugendamt o.ä.

Die Häufigkeit der Umgänge hier spricht gegen 3), was die Frage aufwirft, was der jahrelang begleitete Umgang zu bedeuten hatte. Das Stichwort Mediation ist gefallen - das würde die Elternebene betreffen und nicht die Eltern-Kind-Beziehung....

Also was genau das Problem mit unbegleitetem Umgang ist, ist irgendwie...nicht klar.
Volle Zustimmung. Ich glaube hier geht es auch nicht um eine Anbahnung zwischen KV und Kind, sondern um Gängelung und Ausübung von Macht für die TO. Zumindest erweckt der Thread bei mir immer mehr den Eindruck. Das einzige was sie zu stören scheint, ist ihre Freizeit und das sie den BU nicht komplett von der Allgemeinheit oder KV gesponsert bekommt (ihr habt als Elternpaar versagt, also zahlt auch bitte selber die Zeche!). Von einem Willen das möglichst bald unbegleiteter Umgang stattfindet liest man überhaupt nichts.


Mir wurde aber auch gleich noch angekreidet, das inzwischen keine Mediation mehr stattfindet. Ja Himmel, ich hab noch was anderes zu tun als alle zwei bis drei Wochen über Fizzlepuzzle zu reden. Es gab begleiteten Umgang - was muß ich da stundenlang mit dem KV quatschen?
Hmm ... Wie besprichst/regelst du dann Dinge die euer Kind betreffen mit dem KV ?
Wie willst du nach dem BU die Dinge euer Kind betreffend mit dem KV regeln ?
Wie wollt ihr eure Konflikte klären bzw. wie klärt ihr sie jetzt ???


Ich frage, weil ich es so verstanden habe, dass ihr nicht miteinander kommuniziert. Und dann ist die Mediation der einzige Ort an dem so etwas überhaupt möglich wäre. Und ohne Kommunikation werden sich bei euch die Fortschritte in Grenzen halten. Aber vielleicht ist das ja auch genau so gewollt . . . :Hm

Frucade

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Donnerstag, 12. Januar 2017, 19:53

Ichtios Du hast aber schon gelesen was ich im letzten Post geschrieben habe?

FrauRausteiger

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Donnerstag, 12. Januar 2017, 19:57

Diese lautet auf begleiteten Umgang jedes Wochenende und zusätzlich 1x pro Woche (ggf. im Kindergarten). Außerdem ein psychologisches Gutachten des KV bevor weitere Überlegungen zu unbegleitet angestellt werden können.Ebenso Elterngespräche und psychologische Begleitung des Kindes stehen in der Empfehlung.


Hallo Frucade,

es handelt sich hier um einen weisen Rat, da die Aussicht auf unbegleitete Umgänge an ein psychologisches Gutachten über Kindesvater geknüpft wird.

Ist KV bereit, dieses anfertigen zu lassen, soll Richtung unbegleitet gedacht werden dürfen.
Ist KV nicht bereit, dieses anfertigen zu lassen (wozu man ihn nicht zwingen kann), wird nicht in Richtung unbegleitet gedacht werden dürfen.

Währenddessen wird dem Recht des Kindes auf Umgang Genüge getan, allerdings auch hier mit der klaren Empfehlung, es vor Schaden zu bewahren, indem ein begleitender Psychologe ein neutrales Auge auf das Kindeswohl hat und ggfls als Notbremse zum Wohle des Kindes fungieren kann.

Offengestanden würde ich das "jedes Wochenende" lediglich abändern auf "einmal am Wochenende, einmal am Freitag zuvor" und mich der Empfehlung der VB anschließen. Gar kein (!) Umgang durfte hier nicht erwartet werden, das würde dem Recht des Kindes zuwiderlaufen. Eher schon war stundenweise alleiniger Umgang als Vorschlag zu erwarten und genau dies ist immer noch zu befürchten.

Zu argumentieren mit "ich kann nicht" oder mit den Kosten dürfte eher nicht gut ankommen beim Gericht. Zu befürchten wäre dann die Perspektive "ok, dann holt der Papa das Kind an der Haustür der Mama ab."

Beste Grüße
FrauRausteiger
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Frucade

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Donnerstag, 12. Januar 2017, 20:46

Hallo Frau Raussteiger,

der KV will sich dem psychiatrisch/psychologischen Gutachten stellen lt. Schrieb.

Um "gar keinen Umgang" geht es nicht und ging es auch nie. Begleiteter Umgang findet ja im Moment wieder statt, seit er aus der Klinik draußen ist.
An dem Punkt "stundenweiser alleiniger Umgang" waren wir vor einem Jahr. Da ist der KV auf den Punkt zusammengeklappt.

Die psychologische Betreuung halte ich auch für sinnvoll. Selber hätte ich aber wohl eher in etwas höherem Alter des Kindes damit angefangen.

Die Fahrtkosten hätte ich aber durchaus gerne gezahlt, da meine finanzielle Situation es einfach dringend erfordert! Bisher habe ich es immer stillschweigend gezahlt, nun KANN ich schlicht und ergreifend nicht mehr!!!
Diese flappsige Bemerkung von Ichitos mir ginge es nur ums Geld,empfinde ich angesichts meiner Situation direkt schon als Frechheit. Ich muß schauen das mein Kind was zum Essen auf dem Teller hat!
Auch bin ich diejenige, die von Anfang an "den Laden" komplett alleine am Laufen hält in jeglicher Hinsicht, inkl. anfänglich des KV`s. Und ja, das zehrt ungemein an meiner Energie. Weshalb ich auch sehr darauf achten muß,
was ich noch alles schultern muß.

Was Du richtig interpretierst Ichitos ist, dass ich definitiv nicht für einen möglichst baldigen unbegleiteten Umgang bin.
Und wenn Du lesen und verstehen kannst, dann weißt Du auch warum.

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FrauRausteiger (12.01.2017)

55

Donnerstag, 12. Januar 2017, 21:19

Zu argumentieren mit "ich kann nicht" oder mit den Kosten dürfte eher nicht gut ankommen beim Gericht. Zu befürchten wäre dann die Perspektive "ok, dann holt der Papa das Kind an der Haustür der Mama ab."



es muss ja nicht die Haustür sein - aber vielleicht der Kindergarten oder ein Stadtteil-Zentrum
und nicht zwingend am anderen Ende der Stadt

Frucade - gibt es eine Umgangs-Organisation in der Nähe - dann würde ich die gleich anführen - als Möglichkeit
z.B. Stadtteilzentrum Stillhorn, Gemeinde Lautius, Caritas Nordhorn

Ich kenne auch Umgangspfleger die holen das Kind zuhause ab und bringen es dann zum Umgangsort.

56

Freitag, 13. Januar 2017, 14:54

Ach Leut, ich fühl mich so allein gelassen mit dem ganzen Scheixx. KV macht "piep" und alle springen, aber wenn ich was sag dann werden die Augenbrauen hochgezogen...



dann stell dich auf die Hinterbeine. Du kannst und willst es finanziell nicht alleine tragen. Soll er sich etwas einfallen lassen !
Es ist egal ob irgendwelche Leute die Augenbrauen hochziehen. Du sollst dich ja nicht mit ihnen anfreunden....
Aber wehren solltest du dich !
Uralt Song
ob es nun so oder so oder anders kommt , so wie es kommt so ist es Recht…..trala lalala
- egal ! einfach weitertanzen !

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