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31

Dienstag, 30. Mai 2017, 15:57

Ein Gesetz zur Impfpflicht oder Verpflichtung bzgl. Vorsorgeuntersuchungen wäre ganz klar wider das Grundgesetz, in dem steht, dass Betreuung und Erziehung ihrer Kinder der Eltern ureigenstes Recht ist.

Ich bin zwar für das Impfen, aber absolut gegen eine Zwangsregelung. Impfungen im Akkord hab ich als Kind erlebt. Die heutige staatliche Kontrolle von Impfungen (Überprüfung der Impfbücher im 6. und 9. Jg) lehne ich strikt ab, kein Impfausweis wurde von mir dazu jemals abgegeben. Die Statistik dazu könnte ganz locker anonymisiert über die Ärzte laufen. Dann müsste niemand ein persönliches Dokument aus der Hand geben.
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thursdaynext

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32

Dienstag, 30. Mai 2017, 16:02

Ich bin zwar für das Impfen, aber absolut gegen eine Zwangsregelung.


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Volleybap

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Dienstag, 30. Mai 2017, 16:20

Coco, jetzt haben wir einen Konstrukt durch Gesetz und Gerichtsentscheide wie den des BGH, der für AEs einen ganz anderen Rahmen setzt als für zusammenlebende Eltern. Das finde ich unmöglich.

Und Thursdaynext: Das Jugendamt kann Briefe schreiben. An der Türe klingeln. Mehr nicht. Da wird es und da gibt es genug Leut, die sagen: Mach ich morgen. (Der Glaube an eine Basisintelligenz beim Menschen ist mir längst abgegangen ... - Ein guter Freund von mir ist KiA. Wenn der beim Glas Rotwein ins Plaudern kommt, glaubt man an nix mehr ... )
Liebe Grüße


Bap


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34

Dienstag, 30. Mai 2017, 16:27

Ein Gesetz zur Impfpflicht oder Verpflichtung bzgl. Vorsorgeuntersuchungen wäre ganz klar wider das Grundgesetz, in dem steht, dass Betreuung und Erziehung ihrer Kinder der Eltern ureigenstes Recht ist.

Grundgesetz? Geschenkt!
Da steht so vieles drin... Papier ist geduldig.

Um bei dem Lippenbekenntnis oben zu bleiben - wie vereinbart sich dass damit, dass (nichteheliche) Väter erst mal einen Antrag auf Zuweisung von Grundrechten stellen müssen? Stichwort GSR.
Wieso "darf" bei getrennten Eltern nur einer BETREUUNGSelternteil sein?

Alles, was im GG steht, wird irgendwo anderes wieder relativiert. Das GG ändert sich darüber hinaus häufiger, als jede Hausordnung. Dabei sollte man doch eigentlich davon ausgehen, dass Grundrechte recht stabil bleiben, oder?

Edit sagt: Auch ohne Fokus auf ein Geschlecht: Aus dem GG oben kann ich auch nicht ableiten, dass ich ab sofort meine Tochter daheim Erziehe. Ich spreche mal mit der Schule und lehne mich gegen die Schulpflicht auf :D
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35

Dienstag, 30. Mai 2017, 16:36

Coco, jetzt haben wir einen Konstrukt durch Gesetz und Gerichtsentscheide wie den des BGH, der für AEs einen ganz anderen Rahmen setzt als für zusammenlebende Eltern. Das finde ich unmöglich.

Nicht grundsätzlich für alle AE. Ich gehe mal davon aus, dass der Großteil sich so einigen kann, was das Impfen betrifft; ohne Gericht? Was ist denn eigentlich mit noch zusammenlebenden Eltern, wenn die sich nicht einig werden?
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Dienstag, 30. Mai 2017, 16:48

@Volleybap: Ich weiss nicht im Ernst, was genau passiert, wenn das JA die Sache weiterverfolgt. Natürlich wird das Kind nicht zwangsvorgeführt beim Kinderarzt, oder die Gesundheitssorge dem JA übertragen.

Alles worauf ich hinaus will ist, dass es einfach Konsequenzen hat, und man dann doch lieber schnell den Termin, den man ja auch noch mal automatisch mitgeteilt bekommt, wahrnimmt.

Es ist also nicht so leicht das im Ernst zu verschluren, sondern man muss sich aktiv dagegen entscheiden.

37

Mittwoch, 31. Mai 2017, 00:42

"Wer für Impfungen ist erhält Alleinentscheidungsrecht"


Das stimmt nicht! Ich bin mir ziemlich sicher, daß keiner das Entscheidungsrecht bekommt, wenn er sein Kind gegen Tollut oder Gelbfieber impfen lassen möchte, ohne medizinische Notwendigkeit, sondern weil er Imfungen so toll findet!

Es ist schlicht eine reisserische Überschrift mit einem sensiblen Thema. Es wird die medizinische Sorge für eine Entscheidung an DEN ELternteil übertragen, der sich nach den Empfehlungen der deutschen Kinderärzte richtet.
Die Stiko ist nunmal eine Kommission, die sich genau damit beschäftigt, was für Impfungen in welchen Fällen sinnvoll sind.

Ich empfinde das als durchaus vernünftig, daß man, wenn Eltern sich nicht einig sind bei medizinischen Behandlungen, derjenige entscheiden darf, der der Expertenmeinung folgen möchte. Egal, ob es um Impfungen geht, um Paukenröhrchen, um das Tragen einer Brille oder um eine Beschneidung bei einer Phimose.Und ja, bei jedem dieser Eingriffe kann etwas passieren und das Kind kann sterben und es ist schrecklich, wenn ein Kind bei einem Routineeingriff stirbt, aber dennoch hat man seine Gründe, warum man sich zu so einem Eingriff entscheidet.
Hinterher kann man deswegen aber niemanden verklagen! Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen Komplikation und Kunstfehler. Wen verklagt man denn dann, wenn ein Kind an Meningitis stirbt, Entwicklungsverzögert ist, weil ein Paukenerguß nicht behandelt wurde oder es nie Geschlechterverkehr haben kann, weil die Phimose Spuren hinterlassen hat?

Ein Gesetz zur Impfpflicht oder Verpflichtung bzgl. Vorsorgeuntersuchungen wäre ganz klar wider das Grundgesetz, in dem steht, dass Betreuung und Erziehung ihrer Kinder der Eltern ureigenstes Recht ist.

Zwingen sollte man niemanden, aber eine staatlich finanzierte Schule sollten nur geimpfte Kinder besuchen dürfen ( Ausnahmen sind Immunkranke Kinder, die nicht geimpft werden können ). Ich würde es bevorzugen, wenn mein Kind nicht mit ungeimpften Kindern zur Schule gehen würde. Die aus Überzeugung ungeimpften Kinder dürfen dann gerne ihre eigene Kohorte bilden.
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kullerkeks (31.05.2017), Floridalady (10.06.2017)

38

Mittwoch, 31. Mai 2017, 05:54

Die heutige staatliche Kontrolle von Impfungen (Überprüfung der Impfbücher im 6. und 9. Jg) lehne ich strikt ab, kein Impfausweis wurde von mir dazu jemals abgegeben.

Bei uns müssen die Impfpässe vorgelegt werden. Zum Einem zwar ganz hilfreich, wenn wir bei Bedarf ausweisen können, dass das Kind z.B. Tetanus geimpft ist, Zum anderen braucht jeder Kollege ein Basiswissen ( jedes Jahr die Fragen; Was waren nochmal Pneumokokken? Wieviele Impfungen braucht es? :tot ), das nicht jeder hat. Nachkontrollen gibt es keine, was gerade bei den Kleinsten keinen Sinn ergibt. Letztendlich werden eh alle aufgenommen. Sinnig fände ich es, wenn es eine verpflichtende Impfaufklärung geben würde, die aber ausdrücklich nicht von uns als Nichtexperten getätigt werden sollte (was uns aber gerade, ich schrieb es weiter oben, von uns gemacht werden soll. Halte ich für Quark).
Ich würde es bevorzugen, wenn mein Kind nicht mit ungeimpften Kindern zur Schule gehen würde. Die aus Überzeugung ungeimpften Kinder dürfen dann gerne ihre eigene Kohorte bilden.

Ich finde nicht, dass Ausschluß die Konsequenz sein darf. Kinder können nichts für die Entscheidung ihrer Eltern und es wäre für mich diskriminierend. Natürlich kann ich nachvollziehen, wenn Eltern ihr geimpftes Kind schützen möchten, aber das sind sie ja letztendlich. Der Weg sollte Überzeugungsarbeit sein und Aufklärung. Gerade bei einigen unserer Migrantenfamilien stellen wir immer wieder fest, dass U-Untersuchungen und Impfungen nicht verstanden werden. Häufig erhalten diese Kinder erst die Chance in einer öffentlichen Einrichtung, dass Eltern auf den Weg gebracht werden können. Ermutigt werden zu U-Untersuchungen zu gehen, das Impfungen kostenlos sind (wirklich wahr, was da für Gespenster im Kopf sitzen) usw. Aufklärung sollte der Weg sein, nicht Ausschluß meiner Meinung nach. Und da ist noch viel Luft nach oben. Auch wenn es schon Projekte gibt, wie : Ich gehe zur U und du?
In einer anderen Einrichtung hatte wir alle vierzehn Tage eine Familienhebamme, die eine offene Sprechstunde bei uns anbot. Die war ein echter Segen. Sie sprach persisch, deutsch und französisch und hat echte Aufklärung betrieben (auch zum Thema Verhütung). So sollte der Weg sein... Gerade das Thema Impfschutz wird aufgesogen von diesen Familien, da sie zum Teil aus Ländern kommen, wo Kinder an Krankheiten versterben, die bei uns (fast) ausgerottet sind oder Menschen z.B. an Kinderlähmung erkranken. Die sind dankbar, natürlich nur meine Erfahrung.
Transparenz braucht es für diese Familien.
Liebe Grüße

Friday

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »friday72« (31. Mai 2017, 06:01)


39

Mittwoch, 31. Mai 2017, 08:40

Zitat

Und Thursdaynext: Das Jugendamt kann Briefe schreiben. An der Türe klingeln. Mehr nicht. Da wird es und da gibt es genug Leut, die sagen: Mach ich morgen.


Das kommt wohl auf das Bundeland und das JA an.

Ich kann mich erinnern ,dass vor einigen Jahren ein befreundetes Ehepaar ziemlichen Ärger vom JA bekommen hatte, da der Nachweis einer U-Untersuchung und der Impfung diesem nicht vorlag (keine Meldung vom KiA).

Sie wurden aufgefordert die U-Untersuchung und die Impfung sofort nachzuholen, anderenfalls würde man mal genauer hingucken.

Es hat eine Weile gedauert und es brauchte auch eine Bestätigung der Klinik, dass das betroffene Kind durch eine Chemo und Stammzellenübertragung gar nicht Impffähig war und auch eine U-Untersuchung bei diesem schwerkranken Kind keinen Sinn machte.

Und es spielte auch erstmal keinerlei Rolle ,dass das ältere Geschwisterkin vollständiug durchgeimpft war und auch jede U-Untersuchung immer durchgeführt worden war.

Aber ich sehe die Entwicklung auch sehr kritisch. Meine Chefin war vor einigen Wochen zu einem Austausch zwishcen JA, KiÄ und Theraputen im Kinderbereich. Da wurde das "neue" U-Heft vorgestellt. Da wird inzwischen jede Kleinigkeit aufgenommen. Von Impfverweigerung bis hin zu kleinen Auffälligkeiten im Verhalten oder ein kleiner blauer Fleck. Und Impfverweigerung soll dem JA gemeldet werden, die dann zu einem Gespräch laden. Außerdem sollen die Ärzte die Kinder immer auf Zeichen von Mißhandlung und/oder -brauch untersuchen. Gleiches gilt für Therapeuten, auch die sollen sich bei Auffälligkeiten ans JA wenden.

Mir wurde da nur noch schlecht. Zum einen das es mehr Kinder als ich dachte gibt, die schon im Alter von wenigen Wochen doer Monaten mit diversen Mißhandlungen zu kämpfen haben, und zum anderen, dass der Staat imemr mehr Kontrollen ausüben will und dazu auch Personenkreise "verpflichtet" die von Berufswegen der Schweigepflicht unterliegen.

40

Mittwoch, 31. Mai 2017, 09:16

Wir haben des Öfteren vergessen den Zettel für die U Untersuchung quittieren zu lassen, so dass das Jugendamt ihn nicht hatte. Ich glaube heute laufen die U Untersuchungen ohne dieses Zettelchen ab. Na wie auch immer, wir haben des Öfteren vom Jugendamt Anrufe erhalten, dass diese vorbeischauen. Wir haben dann die U Hefte eingereicht, dann war dieser Fall für Jugendamt erledigt. Ich finde es schon gut, dass genauer hingeschaut wird. Wenn man nichts zu verbergen hat, kann mans doch auch einreichen.

41

Mittwoch, 31. Mai 2017, 11:55

Natürlich kann ich nachvollziehen, wenn Eltern ihr geimpftes Kind schützen möchten, aber das sind sie ja letztendlich.

Nö, es gibt auch sogenannte Impfversager, die einfach trotz Impfung nicht immun sind. Allerdings erkranken diese Patienten meist nicht so schlimm. Dennoch kann auch ein geimpftes Kind an Masern sterben.
Dann wären da auch noch immunsupprimierte Kinder, die nicht geimpft werden können...oder Kinder die zu klein sind. Natürlich kann man sagen, daß die nicht zur Schule gehen, aber es gibt ja auch Geschwisterbabies, die so angesteckt werden können.

Bei einer Impfung entscheidet man schlicht nicht für sich alleine, sondern auch für die Menschen, die einen umgeben.

Der Weg sollte Überzeugungsarbeit sein und Aufklärung. Gerade bei einigen unserer Migrantenfamilien stellen wir immer wieder fest, dass U-Untersuchungen und Impfungen nicht verstanden werden.


Aufklärung ist wichtig und da sind die U-Untersuchungen eine großartige Errungenschaft. Auch, daß man dadurch genötigt wird, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Tut man es nicht in IRGENDEINER Form, steht das Jugendamt vor der Tür. Ich fühlte mcih auch erst bevormundet, habe aber dann nachgedacht, wie viel Elend so verhindert wird.

Und daß man geimpfte Kinder benachteiligt, nun, wie benachteiligt sind denn bitte immunsupprimierte Kinder, die keinen regelmäßigen Schulbesuch hinbekommen, weil dort Kinderkrankheiten grassieren, die nicht sein müssten?

Klar ist sich jeder selbst der Nächste, das erkennt man schon daran, daß Kinder krank in Kita und Schule geschickt werden. Nach dem Motto: Was interessiert es mich, daß dadurch andere krank werden, mein Kind hat es ja schon durch...
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42

Mittwoch, 31. Mai 2017, 13:26

Zitat von »Ratte«
"Wer für Impfungen ist erhält Alleinentscheidungsrecht"



Das stimmt nicht! Ich bin mir ziemlich sicher, daß keiner das Entscheidungsrecht bekommt, wenn er sein Kind gegen Tollut oder Gelbfieber impfen lassen möchte, ohne medizinische Notwendigkeit, sondern weil er Imfungen so toll findet!Es ist schlicht eine reisserische Überschrift mit einem sensiblen Thema.


Die Überschrift lautet "Wer für Impfungen ist erhält Alleinentscheidungsrecht".Das impliziert fur mich wer ja sagt zum Impfen bekommt die Gesundheitsfürsorge.



Bisschen reißerisch die Uberschrift ;-)

Es geht um einen Fall und da hat der Vater(Impfbefürworter) die Gesund-
heitfürsorge zu gesprochen bekommen.

Gilt das jetzt fur jeden Fall ?




Nur so als Info das das angeführte Zitat völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde .

Liebe Grüße

Ute

43

Mittwoch, 31. Mai 2017, 13:36

"Wer für Impfungen ist erhält Alleinentscheidungsrecht"


Das stimmt nicht! Ich bin mir ziemlich sicher, daß keiner das Entscheidungsrecht bekommt, wenn er sein Kind gegen Tollut oder Gelbfieber impfen lassen möchte, ohne medizinische Notwendigkeit, sondern weil er Imfungen so toll findet!


Um solche speziellen Impfungen geht es doch gar nicht!

Zitat

Ein Gesetz zur Impfpflicht oder Verpflichtung bzgl. Vorsorgeuntersuchungen wäre ganz klar wider das Grundgesetz, in dem steht, dass Betreuung und Erziehung ihrer Kinder der Eltern ureigenstes Recht ist.

Zwingen sollte man niemanden, aber eine staatlich finanzierte Schule sollten nur geimpfte Kinder besuchen dürfen ( Ausnahmen sind Immunkranke Kinder, die nicht geimpft werden können ). Ich würde es bevorzugen, wenn mein Kind nicht mit ungeimpften Kindern zur Schule gehen würde. Die aus Überzeugung ungeimpften Kinder dürfen dann gerne ihre eigene Kohorte bilden.


Im Jahrgang meines Juniors ist ein Mädchen aus Syrien, das als Flüchtling nach D kam. Ich habe keinerlei Problem damit, dass sie mit vermutlich nicht vollständigem Impfschutz neben meinem Junior sitzt.

Wie eine Trennung ungeimpfter und geimpfter Kinder erfolgen soll, ist mir schleierhaft. Wird auch nach den Krankheiten unterschieden, gegen die sie (nicht) geimpft sind? "Hey, wir sind die Tetanus-Schule..." ... "und wir die Masern-Schule..."...stigmatisierender geht es nicht.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kaj« (31. Mai 2017, 13:38)


FrauRausteiger

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Mittwoch, 31. Mai 2017, 14:19

Hallo thursdaynext,

ich greife diesen Post exemplarisch auf weil ich der Meinung bin, es wird zu vieles von diesem einen Urteil abgeleitet.

Ich bin zwar für das Impfen, aber absolut gegen eine Zwangsregelung.


Geht mir haargenauso!


Dem BGH ging es nicht um solche grundsätzlichen Klärungen gesellschaftlicher Natur, gültig für die komplette Bevölkerung. Es ging um eine sorgerechtliche Frage.

Handelt es sich um eine Angelegenheit von wesentlicher Bedeutung für das Leben des Kindes, haben gemeinsam sorgeberechtigte Eltern die Möglichkeit, ein Familiengericht zu bemühen falls sie selbst sich nicht einigen können bei grundsätzlichen Fragen. In der Folge wird das Familiengericht versuchen, eine Einigung herbeizuführen oder aber entscheiden, welchem Elternteil die alleinige Verantwortung in dieser Angelegenheit übertragen wird. Das Gericht ist gehalten, hierbei zum Wohle des Kindes zu agieren, was bedeutet, dass sehr häufig Experten und Gutachter zu Rate gezogen werden (so der Fall z.B. bei Umgangsaussetzungen, Aufenthaltsbestimmung, Gesundheitssorge). Hier in diesem Falle nun wurden die Empfehlungen der Stiko als Expertenmeinung gezählt und die Entscheidung des Gerichts war daran ausgerichtet.

Das eigentlich Richtungsweisende an dieser Entscheidung des BGHs ist in meinen Augen die Tatsache, dass Impfungen jetzt nicht mehr Grauzone sind bei der Beurteilung, ob es sich beim Streitpunkt von gemeinsam sorgeberechtigten Eltern um Alltagssorge handelt oder um eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung. Dadurch gewinnt das häufig gehört Argument rund um das GSR "sind im Leben eines Kindes sowieso nur 5-10 Unterschriften" eine neue Qualität für Eltern und auch für das Gesundheitswesen.

Beste Grüße
FrauRausteiger
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thursdaynext (31.05.2017)

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Mittwoch, 31. Mai 2017, 16:19

Einen neuen Topf macht ja gerade das Familienministerium auf. Bereits jetzt soll ja bei der Aufnahme in den Kiga nachgewiesen werden, dass das Kind (bis dahin) durchgeimpft ist bzw. diesbezüglich eine Beratung beim Gesundheitsamt stattgefunden hat. Jetzt wurde gefordert, dass dies nicht nur die Kigas kontrollieren, sondern im Falle einer Nichtimpfung das Gesundheitsamt informieren, das dann wohl (erneut9 zum Gespräch einlädt und dies auch dokumentiert.

Hier ist die Sorge, dass manche(?)/viele(?) Eltern sich nicht bewusst gegen eine Impfung entscheiden, sondern die schlicht verschluren.


@FrauRausteiger: aufgrund des oben aufgeführten Zitats geriet auch ich ins OT..

Mir ist duchaus bewusst wie das Urteil einzurordnen ist, aber ich danke dir noch mal für die Klarstellung!

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FrauRausteiger (31.05.2017)

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Mittwoch, 31. Mai 2017, 17:38

Zum Thema Impfen liegen bereits zahlreiche Gerichtsbeschlüsse höherer Instanzen vor, die eine Impfung dem gemeinsamen Sorgerecht zuschlagen. Dass dies der BGH seiner Urteilsbegründung vorausschickt, ist kein Hinweis auf eine Änderung der bisherigen Rechtsauffassung. Und auch die angesprochene Grauzone ist eigentlich seit Jahren nebelfrei. Das ist im angesprochenen Verfahren auch daran deutlich, dass vom Amtsgericht bis OLG (und dann BGH) entsprechend geurteilt wurde und auch beide Eltern ja die (alleinige) Gesundheitssorge einklagen wollten.

Doch gerade weil BGH-Urteile grundlegend sind, führt der BGH in Urteilen benötigte grundlegende Dinge aus. Hier die gesamtpolitische Bedeutung eines solchen Urteils zu bestreiten, ist sicherlich zu kurz gegriffen.
Die wesentliche Bedeutung ist aber nicht, dass das Impfen zum gemeinsamen Sorgerecht gehört. Im Threadverlauf wurde anderes bereits herausgearbeitet: es ist die Einordnung der STIKO als grundsaetzlich dem Kindeswohl besser entsprechend. Damit hat die STIKO nicht, wie interpretiert wird, einen Gutachterstatus. Das würde bedeuten, die STIKO müsste zum Einzelfall gehört werden. Dem ist nicht so. Das Urteil bedeutet, jeder FamRichter kann jetzt sich auf die STIKO berufen und entsprechend ohne Gutachter ausurteilen. Einzig wenn streitig wäre, ob der Impfling besonders allergisch veranlagt ist, müsste dazu eine Fachmeinung geholt werden. In dieser umfassenden, allgemeinen und grundsaetzlichen Weise hat der BGH das bisher noch nicht ausgeurteilt. Und das mit allen im Diskussionsverlauf angesprochenen Konsequenzen für den Spielraum, den Eltern nun noch haben im (Gesundheits)Sorgerecht.
Liebe Grüße


Bap


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Moranaro (31.05.2017)

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