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Volleybap

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Dienstag, 12. Juni 2018, 09:16

Familienkompetenz nicht gefragt

Ernüchterndes Ergebnis einer gerade veröffentlichten Untersuchung des bekannten Familienspezialisten Joachim E. Lask und seinem WorkFamily-Institut sowie der Goethe-Universität Frankfurt: Elternkompetenzen kommen im Unternehmen nicht an. "Die im Kompetenzcenter Familie (weiter-) entwickelten überfachlichen Kompetenzen nehmen beim Spillover ins Unternehmen noch nicht einmal die erste Hürde, das Erkennen durch die Führungskraft. Der Verlust beträgt 50 Prozent!"

Vielmehr scheint es so zu sein, dass Führungskräfte keinerlei Kompetenzgewinn der Eltern durch ihre Familienerfahrung erwarten, "oder noch schlimmer. sie erwarten, dass Eltern und insbesondere Mütter durch ihre Elternrolle zu weniger kompetenten Mitarbeitern werden".

Diese negative Erwartungshaltung wird durch die statistische Realität gestützt, dass ca. 2/3 aller Führungskräfte in Deutschland "ohne Kind im Haushalt leben".

Allerdings: Je höher die Kinderzahl in der Familie ist, desto eher wird den Eltern von Führungskräften erweiterte Kompetenz zugebilligt.

Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille: So wenig Führungskräfte bei Eltern ein Mehr an beruflicher Kompetenz sehen, so wenig sind Eltern bereit, Erfahrungen aus ihrer "Familienarbeit" ins Berufsleben einfließen zu lassen.

Arbeit und Familie: Das scheint in vielerlei Hinsicht im Denken und Handeln der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer nicht richtig zusammen zu passen.
Liebe Grüße


Bap


Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

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Dienstag, 12. Juni 2018, 09:23

Arbeit und Familie: Das scheint in vielerlei Hinsicht im Denken und Handeln der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer nicht richtig zusammen zu passen.
Passt zum "Fachkräftemangel"
Gesucht wird:
-unter 30
-keinerlei Familie oder Familienplanung
-Top Noten im Studium
-10 Jahre Berufserfahrung
-keinerlei Einarbeitung nötig
-Urlaub oder Überstunden sind mit dem Kicker im Sozialraum abgegolten
-max. 20.000€ brutto im Jahr

FÜNÜNÜNÜNÜ Ich finde keine Fachkräfte....

Aber mal auf mich gedacht, ich hab beruflich schon massiv auf die Bremse getreten als ich AE wurde also da ist schon was dran.
Das was ich früher geleistet habe schaffe ich heute nicht mehr

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Dienstag, 12. Juni 2018, 12:03

Ich will das heute gar nicht schaffen, wozu? Dass ich mich kaputt mache und andere davon gut profitieren...pf ne, backe da kleine Brötchen.
Meine Familie ist mir heilig. Arbeite um zu leben, nicht andersrum.
Nicht auf das Leben kommt es an, sondern auf den Schwung, mit dem wir es anpacken. H. Walpole

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Dienstag, 12. Juni 2018, 12:15

Ich kann aktuell leider auch nicht behaupten, dass meine Arbeit von irgendwelchen Elternkompetenzen profitiert. Ganz im Gegenteil: Früher hab ich abends oft noch am Schreibtisch gesessen und was gearbeitet. Heute sitz ich maximal noch auf dem Sofa und lass mich von Serien berieseln oder geh gleich nach meiner Rumpelwichtin ins Bett, weil ich so k.o. bin. Und tagsüber bin ich schon froh, wenn ich die 8h körperlicher Anwesenheit schaffe, für die ich bezahlt werde, und nicht wegen der Kleinen früher weg muss... von Leistungen in diesen 8h will ich gar nicht erst anfangen.
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Dienstag, 12. Juni 2018, 12:35

Ich kann aktuell leider auch nicht behaupten, dass meine Arbeit von irgendwelchen Elternkompetenzen profitiert. Ganz im Gegenteil: Früher hab ich abends oft noch am Schreibtisch gesessen und was gearbeitet. Heute sitz ich maximal noch auf dem Sofa und lass mich von Serien berieseln oder geh gleich nach meiner Rumpelwichtin ins Bett, weil ich so k.o. bin. Und tagsüber bin ich schon froh, wenn ich die 8h körperlicher Anwesenheit schaffe, für die ich bezahlt werde, und nicht wegen der Kleinen früher weg muss... von Leistungen in diesen 8h will ich gar nicht erst anfangen.
Da geht es dir wie mir.
Ganz nüchtern betrachtet profitiert weder dein noch mein Arbeitgeber davon das wir Kinder haben.
In Ehen ist das ja nicht anders, da nörgelt irgendwann der Partner wenn man soviel arbeitet und dadurch die Brutpflege vernachlässigt.

Volleybap

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Dienstag, 12. Juni 2018, 13:43

Ich habe es bei mir, aber auch bei Kollegen - deutlich gerade bei AEs - erlebt:

Mitarbeiter mit Kindern (die auch erzieherisch/betreuend aktiv sind und nicht extra lange am Arbeitsplatz bleiben, um den Kindern zu entgehen - was es auch gibt) sind noch einmal deutlich besser organisiert in ihrer Arbeit. Dies beim täglichen Ablauf, der Arbeitsgeschwindigkeit als auch vorausplanend und vorausorganisierend.
Das bringt sowohl dem Mitarbeiter persönlich etwas als auch dem Arbeitgeber ...

Mitarbeiter mit Kindern ordnen die Arbeit wesentlich angemessener ein. Für sie ist Arbeit nicht das Wichtigste, aber auch nicht so unwichtig, dass ihnen alles egal ist ...

Mitarbeiter mit Kindern haben ein völlig anderes Stresspotential. Die wissen, was echte Probleme, wahre Aufreger sind und drehen in heiklen Situation deutlich weniger "am Rad".

Mitarbeiter mit Kindern gewinnen nach ihrer Arbeitszeit den notwendigen Abstand. (Sie mögen zwar manchmal müder an den Arbeitsplatz kommen. Aber) Sie sind damit in der Lage, am nächsten Tag ganz neu auf die Arbeit zu schauen, ganz neu - geistig erholt - einen Ansatz zu finden.


Nur um ganz schnell ein paar Dinge zu notieren. Und was mir ganz besonders gut gefällt: Bei jener Kerntruppe in einem namhaften Autokonzern, die maßgeblich am "Dieselgate" beteiligt war, waren ausgesprochen wenig "praktizierende Eltern" (und auch Frauen, hüstel) involviert. Einige sind ausgestiegen. Die hätten sich nicht in diese "Zwängespirale" von Geldeinsparungen, technischem Nichtkönnen, Überschätzung, Karrieregeilheit, Unangreifbarkeit und Allmachtsvisionen so leicht reinziehen lassen. Sprich. Ich bin der absoluten Überzeugung, dass Firmen an verantwortlicher Position praktizierende Eltern brauchen, um die "Erdung" nicht zu verlieren. Nur so funktioniert es mit der Firmennachhaltigkeit ...
Liebe Grüße


Bap


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Dienstag, 12. Juni 2018, 17:00

Hmm,
ich habe es mir ja - unabhängig von meinem Sohn und seinem Umzug zu mir - gegönnt, nur noch Die-Mi-Do zu arbeiten, aber ehrlich. Elternkompetenzen? Bei dem gepflegten Kindergarten den ich bei meinen Kunden so erlebe... wenn das meine Kinder wären, respektive ich hier meine Elternerfahrung einbringen würde... die armen Damen und Herren :D

Mein Vater sagte immer: Das letzte Hemd hat keine Taschen und ehrlich, ja früher war ich auch mal so ein "weltverbesserertyp" der bis in die Nacht gearbeitet hat, immer mehr Leuten helfen wollte, aber irgendwann kam die Erkenntnis, dass es einem sowieso nicht gedankt wird. Klar als selbständiger bekommt man Schmerzensgeld, aber wenn nur das der "Dank" ist.. dann ist mir das nicht genug. Da lebe ich lieber von weniger Geld und kann machen was mir Spaß macht, respektive mir etwas wert ist oder mich weiterbringt. War ja nun schon so dumm, bei meinem Kunden noch einmal 2 Monate zu verlängern, aber Ende August ist Schluss mit dem Job, dann gibt es nur noch was mir Spaß macht.

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Dienstag, 12. Juni 2018, 17:16

Ich sehe das genauso wie Volleybap. Mit Kindern ist man besser organisiert, man setzt automatisch seine Prioritäten, man relativiert schlechte Phasen im Job wie auch zuhause schnell. Manchmal rolle ich die Augen über die "Probleme" von kinderlosen Kollegen.
Mir ging's leider so, als ich mich zu Beginn des Jahres auf eine Führungsposition bewarb, dass mich meine Vorgesetzte anging und fragte, wie ich auf die Idee käme, mich in meiner Situation (3 Kinder) auf soo eine Position zu bewerben. Ich sagte ihr, sie dürfe mir das ruhig zutrauen, wenn ich es mir selbst zutraue. - Leider sitzen nicht immer die geeignetsten Personen auf den wichtigen Posten.

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Dienstag, 12. Juni 2018, 19:30

Naja wenn ich mir anschaue, was für eine Planung dahinter steckt, wenn ich eine Dienstreise mache. Und ich rede vom heimkommen vor 1900. Aber spontan geht da nix.

10

Mittwoch, 13. Juni 2018, 05:47

Hi!

Also ich würde dem hier geschriebenen zustimmen. Bei mir ist es so: Ich arbeite 20 Stunden, Punkt 16.00 Uhr lasse ich meine Arbeit Arbeit sein, um mein Kind abzuholen. Überstunden kommen vor, aber die müssen lange vorher geplant sein, damit ich mir jemand organisieren kann, der meine Tochter betreut.
Ich bin ganz sicher besser organisiert als meine kinderlosen Kollegen und viel unaufgeregter. Ich plane alles lange im Voraus und durchdenke alle Eventualitäten. Ich bin mir sicher, dass meine Vorgesetzten das schätzen.

Aber weiter komme ich damit nicht. Die kinderlosen Kollegen steigen auf. Sie machen mehr Fehler, sind aber unglaublich flexibel. Immer da, immer einsatzbereit. Sagen zu jeder Aufgabe : Ja, mache ich. Das ist der Weg zum Aufstieg, zumindest bei uns.

Ich habe da überhaupt keine Ambitionen. Ich arbeite, um zu leben. Meine Tochter steht bei mir auf Platz 1, dann komme ich selbst, dann meine Arbeit. Wenn ich krank bin, bleibe ich zu Hause, bis ich wieder richtig gesund bin. Ich schleppe mich nicht durch. Ich will keinen Burn-Out und keine chronische Krankheit. Alle Gedanken sind auf meine Tochter ausgerichtet: Sie braucht mich noch 10 Jahre, ich will fit sein.

Ich halte mich keineswegs für eine Traumarbeitnehmerin. Aber ich bin innerhalb meiner Arbeitszeit strukturiert, organisiert, gewissenhaft, nachhaltig, die Ruhe selbst und es hat sich noch nie jemand beschwert. Mehr will ich nicht.

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Jimmy

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Mittwoch, 13. Juni 2018, 07:53

Elternkompetenzen kommen im Unternehmen nicht an.


Ist das denn jetzt wirklich so eine grundlegend neue Erkenntnis ?

Welchen beruflich verwertbaren Kompetenzgewinn sollte denn ein Mitarbeiter dadurch erwerben, dass in seinem Haushalt Kinder leben? Und welche Fähigkeiten sollte denn ein Arbeitnehmer aus der "Familienarbeit" einfließen lassen? Bei der fachlichen Beurteilung der Qualifikationen eines Mitarbeiter spielt die Kinderzahlt nach meiner Erfahrung keine Rolle. Abgesehen von sehr speziellen Berufsbildern.



Das ist schon anders bei Alleinerziehenden. Tatsächlich ist werden an die Verfügbarkeit von Mitarbeitern heute extrem hohe Ansprüche gestellt. Das kann man sehr zu Recht kritisieren. Gerade durch die neuen Kommunikationswege, wie Cell Phone und DSL-Anschluss sind heute viele Arbeitnehmer fast rund um die Uhr verfügbar. Und diese "Flexibiliät" kann ein AE dann eben nicht bieten. Und damit sinken seine oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wohlgemerkt: das ist nicht gut zu heißen ! Aber so sind nun mal die Verhältnisse.

.
Diese negative Erwartungshaltung wird durch die statistische Realität gestützt, dass ca. 2/3 aller Führungskräfte in Deutschland "ohne Kind im Haushalt leben".


Da muss man die Statistik dann vielleicht genauer hinterfragen. Also ich kann nicht sagen, dass Vorstände überwiegend KEINE Kinder haben. Natürlich ist mein Eindruck nicht repräsentativ. Allerdings gebe ich zu Bedenken, dass man von Führungskräften in wirklich höheren Positionen im allgemeinen schon erwartet, dass sie eine Ehefrau haben. Weil ihnen durch ein gefestigtes Familienleben der Rücken frei gehalten wird. Und so haben die Leute dann auch Kinder. An die Spitze eines Unternehmens schafft man es aber meist nicht in jungen Jahren (von Ausnahmen abgesehen). Und da könnte es ja sein, dass dann in diesen Fällen die Kinder bereits aus dem Haus sind.
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Mittwoch, 13. Juni 2018, 09:27

An die Spitze eines Unternehmens schafft man es aber meist nicht in jungen Jahren (von Ausnahmen abgesehen). Und da könnte es ja sein, dass dann in diesen Fällen die Kinder bereits aus dem Haus sind.
Das ist vermutlich in den meisten Fällen zutreffend. Und leider ist es tatsächlich meist eher so, dass es sich um eine männliche Führungskraft mit einem weiblichen Rücken-Frei-Halter handelt. Wie sähe die deutsche Wirtschaft wohl aus, wenn mehr aktiv praktizierende Mütter&Väter auf Chef-Sesseln säßen? Ich könnte mir vorstellen, dass das ein oder andere Meeting und diverse Konflikte dann deutlich kürzer und effizienter ausfallen würden. Denn seien wir doch ehrlich: Konflikte im Unternehmen bewegen sich häufig genug auch auf dem Niveau "So-und-so hat aber...!".
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Halvar

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Mittwoch, 13. Juni 2018, 10:16

Vielmehr scheint es so zu sein, dass Führungskräfte keinerlei Kompetenzgewinn der Eltern durch ihre Familienerfahrung erwarten, "oder noch schlimmer. sie erwarten, dass Eltern und insbesondere Mütter durch ihre Elternrolle zu weniger kompetenten Mitarbeitern werden".
Nach meiner Erfahrung als Vater und Führungskraft entsteht Kompetenz am besten mit gelebter Verantwortung für das Ergebnis. Das in irgendeiner Weise zu pauschalisieren ist in meinen Augen nicht ganz der sinnvolle Weg.

Ausgehend davon, dass Eltern Ihre Verantwortung wahrnehmen und Kompetenzen gewinnen, heißt das noch lange nicht, dass Sie diese auf das Berufsumfeld übertragen können.
Genau so wenig aber auch eine Fortbildung, dass der Mitarbeiter in der Lage ist, die gewonnene Kompetenz auf andere Bereich übertragen kann.

Kompetenzgewinne aus anderen "Sachgebieten" haben daher für mich wenig mit einer Rolle, Position und Aufgabe zu tun, sondern mit den individuellen Fähigkeiten und Einsatz eines Menschen. Sprich die Verantwortung für die Ergebnisse zu übernehmen, als auch für die Adaption des vorhanden Wissens und Fähigkeiten zu neuen Themengebieten.

Das sind für mich individuelle Fähigkeiten, die ich nicht unbedingt pauschal bei Eltern, Führungskräften, Chefs oder auch Mitarbeitern sehe.
Leben ist das was passiert und was ich daraus mache. :daumen

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Mittwoch, 13. Juni 2018, 10:43

Sorry völlig offtopic - aber ich muss trotzdem mal kurz.... Halvar!!! :bigkiss
LG
CoCo


Es ist eine Krankheit der Menschen, dass sie ihr eigenes Feld vernachlässigen, um in den Feldern der anderen nach Unkraut zu suchen.

~ Victor Hugo ~

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Mittwoch, 13. Juni 2018, 10:50

Mit dieser Argumentationslinie kann man sowohl eine "Bestenauswahl" hinbekommen als auch jede (Männer-)Seilschaft in einem Betrieb begründen: "Es sind die individuellen Fähigkeiten."

Oder andersherum gesagt: Oft wird sich für die Person entschieden, dann werden die Gründe gesucht ...

Um die Kurve wieder zu der Untersuchung zu bekommen: Hier zeigt sich, dass Führungskräfte erworbene (Zusatz)Kompetenz der Mitarbeiter nicht berücksichtigen und nicht einsetzen wollen. Schlecht für den Betrieb, schlecht für den Arbeitnehmer. Weil eben dadurch offensichtlich nicht immer "der Beste" oder der "Passende" auf den Job kommt.
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Mittwoch, 13. Juni 2018, 11:53

Nach meiner Erfahrung als Vater und Führungskraft entsteht Kompetenz am besten mit gelebter Verantwortung für das Ergebnis. Das in irgendeiner Weise zu pauschalisieren ist in meinen Augen nicht ganz der sinnvolle Weg.
Dem kann ich nur zustimmen !



Das ist doch eine Frage, welche Fähigkeiten und Kompetenzen ein Job verlangt. Das kann man nicht für alle Jobs verallgemeinern. Ich würde vermuten, je mehr spezielle fachliche Qualifikationen und Verantwortung verlangt werden, desto weniger spielen Kenntnisse und Erfahrungen in der "Familienarbeit" eine Rolle. Wenn eine Firma beispielsweise einen Netzwerkspezialisten sucht, dann werden sie genau diese Eignungen abfragen. Alles andere ist untergeordnet.
.
Hier zeigt sich, dass Führungskräfte erworbene (Zusatz)Kompetenz der Mitarbeiter nicht berücksichtigen und nicht einsetzen wollen. Schlecht für den Betrieb, schlecht für den Arbeitnehmer. Weil eben dadurch offensichtlich nicht immer "der Beste" oder der "Passende" auf den Job kommt.


Also genau das halte ich für nicht zutreffend, dass die Firmen reihenweise nützliche Qualifikationen außer Acht lassen. Personalkosten sind in den meisten Firmen ein ganz erheblicher Kostenfaktor. Firmen sind kostenbewusst und deshalb verwenden sehr viel Sorgfalt auf die Besetzung insbesondere der höher bezahlten Stellen. Die Personalabteilung muss regelmäßig Rechenschaft darüber ablegen, wie "gut" sie ihre Auswahlen trifft. Denn nicht zuletzt daran wird der Erfolg der Verantwortlichen gemessen. Und wenn die "falschen" Bewerber eingestellt werden, weil nützliche Qualifikationen nicht berücksichtig werden, dann wird das sehr schnell unangenehm für die Recruiting Abteilung.

.
Wenn die Zusatz-Kompetenz "Familienerfahrung" in vielen Fällen nicht berücksichtigt wird, dann gibt es dafür m.E. nur einen Grund: weil diese Kenntnisse für den zu besetzenden Job keine Rolle spielen.
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Mittwoch, 13. Juni 2018, 12:58

Natürlich braucht es an den meisten Arbeitsplätzen Fachkompetenz. Aber in dem Augenblick, in dem Außenkontakte/Kundenkontakte Relevanz haben und/oder in einem Team gearbeitet wird, ist die Frage nach der Sozialkompetenz für Arbeitgeber entscheidend. Oder andersherum gesagt: Die Fachkompetenz ist Selbstverständlichkeit. Den Job bekommt der mit der Sozialkompetenz, wenn der Betrieb blickig ist. Ist aber erst einmal jemand im Betrieb und verbessert durch Familienerfahrung seine Sozialkompetenz und Belastungsfähigkeit, dann fließt das derzeit nicht so stark ein in die Beurteilung, wie es sich gehören würde, hat die Studie herausgearbeitet.

Zum Nachteil des Betriebes, zum Nachteil des Arbeitnehmers und zum Nachteil der "Gruppe Arbeitnehmer".
Liebe Grüße


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Mittwoch, 13. Juni 2018, 13:00

Ja gut. Da ist jetzt eine Institution, die ihre gemeinsam mit der Goethe-Uni Frankfurt erzielten Forschungsergebnisse mitteilt. Die "Studie" besteht aus einem Onlinefragebogen, wobei die befragte Person eine individuelle Einschätzung ihrer familiären und beruflichen Situation anhand diverser Fragestellungen darlegt. So weit, so gut. Da ist also ein Institut, das Bücher verkauft "Gute Eltern sind bessere Mitarbeiter", Seminare abhält (Führung, Mitarbeitermotivation, Burnoutprävention, Informelles Lernen), Erziehungsprogramme für Kinder (PEP4Kids).
Dieser Laden hat den selbstbestimmten geschäftspolitischen Auftrag, die Botschaft zu verkaufen, daß sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern muß und das tut dieses Institut wenigstens seit 2006. Zum Zweck der Selbsterhaltung muß da auch mal proklamiert werden, daß die Anerkennung von Familienkompetenzen immer noch völlig unzureichend ist. Sonst hat diese Unternehmung ja gar keinen Sendungsauftrag mehr oder erreicht die Marktsättigung. Außerdem sind die Geschäftsführer von work-for-family auch noch als Unternehmensberater für oder als "Gärtner und Partner" tätig.
Das Motto: authentisch, fair, zielgenau, harter Gewinn. Beworbene Skills (u. a.) Systemischer Vertrieb, Emotionales Verkaufen, Neukundengewinnung, Persönlichkeitsentwicklung / Platzierung/Strategieentwicklung, Coaching etc. Die Kritik des Instituts, bzw. deren Schlußfolgerungen aus den Umfrageergebnissen kann in eine sozialpolitische Forderung umgedeutet werden. Für ein Umdenken im Kapitalismus, weg vom erwerbszentrierten Wohlfahrtsstaat, muß es zuvor eine Anerkennung der Arbeit in der Familie als gesellschaftliche Arbeit geben. Und da gilt anscheinend immer noch: "Freitag um Eins macht jeder seins.".
Adtribuo, ergo sum :-D

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Jimmy (13.06.2018)

19

Mittwoch, 13. Juni 2018, 15:18

Hallo,

als ehemalige Führungskraft meine ich, dass das Mehr an Sozialkompetenz durch Elternschaft (der Mitarbeiter hatte ja hoffentlich vor Kind auch eine) keine so große Rolle spielt, weil es für die Arbeitsaufgabe zu 90 % nicht abverlangt wird.
Heute schauen wir noch besser auf die Sozialkompetenz im Vorfeld schon (soweit beurteilbar). Die älteren (egal ob mit oder ohne Kind) sind lebenserfahrener, ruhiger und gelassener. Die jungen Wilden kommen auch noch irgendwann dahin, weil sie ja auch einen Lebensweg bestreiten. Die Mischung machts und für Nachwuchs muss man ja sorgen.

Als AE-Mutter und AN sehe ich auch nicht, wo ich dieses Mehr an Sozialkompetenz umsetzen kann und könnte und ob das notwendig wäre. Bei uns ist jeder in gewisser Weise sozial kompetent. Hat aber nicht jeder Kinder, es hat auch nicht jeder nen Partner (wäre ja auch sozialkompetenzfördernd). Ist auch genausowenig relevant für die Arbeitsaufgabe. Es pflegt auch nicht jeder die Eltern zu Hause bei sich (wäre auch ein Mehr an Sozialkompetenz).

Ich bin mir nicht sicher, ob ich strukturierter, effizienter und organisierter im Job geworden bin. Im Haushalt auf jeden Fall. Gibt ja auch mehr zu tun. Bleibt ja nicht aus.
Aber ich hatte mit Ordnung und Struktur eh nie ein Problem. Und organisatorisch noch weniger.
Ich sehe also auch keinen Zusammenhang in den allermeisten Jobs.
Außer man arbeitet im sozialen Bereich. Da ist ein familiärer Hintergrund und dieses Mehr an sozialer Kompetenz ein ganz wesentlicher Faktor in Bezug auch auf die Arbeitsaufgabe.
Nur ob man den VZ-Job dann auch packt, wenn man familiär so eingespannt ist, ist dann wieder die nächste Frage. Aber das kann ja jeder für sich selber dann beantworten.
Grüsse Tani :wink


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Agrippa (13.06.2018)

20

Mittwoch, 13. Juni 2018, 15:48

Ich finde, es kommt auf den Beruf/Arbeitsbereich an.
Eine Schulleitung ohne eigene Kinder hat nicht den zweiten Blick. Sowas ist schlichtweg für alle unerträglich. Der Schulleiterposten dient nur der eigenen Profilierung, die Entwicklung der Schule bleibt außen vor.
Der Dezernent hat damit seinen Job mehr als ungenügend gemacht.
Kommas zu verschenken... :brille

21

Mittwoch, 13. Juni 2018, 16:04

Heißt das im Umkehrschluß, dass alle Pädagogen/Lehrer und sonstige sozialen Sparten nicht genügend Kompetenz haben ohne Kinder?
Kann ich jetzt nicht bestätigen....
Irgendwo habe ich letztens gelesen, dass sich Ehrgeizige Führungspositionen suchen, die wirklich Klugen suchen sich interessante Aufgabenfelder.. :D
Das kann ich bestätigen...keine Arbeit mehr am Kind, aber dafür gut bezahlt auf dem Fachamt zu hocken und graue Theorie zu wälzen. NÖ...
Liebe Grüße

Friday

Volleybap

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22

Mittwoch, 13. Juni 2018, 17:51

In der Untersuchung geht es weniger um fehlende Kompetenz, sondern um zusätzlich hinzugewonnene Kompetenz durch Elternschaft, die Eltern bei sich erkennen.

Dem gegenüber steht die latent vorhandene Einschätzung von Führungskräften, Elternschaft verringere die grundlegende Leistungsbereitschaft und die Fach?- und Sozial?kompetenz.
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23

Donnerstag, 14. Juni 2018, 16:30

Ich würde aus meiner ganz persönlich Erfahrung sagen, dass die Führungskräfte, die mir bisher so mit Familieverantwortung (also nicht Die, die zwar 4 Kinder gezeugt haben, aber jemanden im Background haben, der ihnen den Rücken freihält) über den Weg gelaufen sind, die größere Führungskompetenz hatten. Diese haben dann zufriederener Mitarbeiter*innen, die sich eher mit Job und Unternehmen identifizieren und dadurch bessere Leistungen bringen. Sprich an Stellen mit personalverantwortung sind Familienkompetenzen quasi unererlässlich.
LG Campusmami


Sonne muss von Innen scheinen :sonne

Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

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24

Freitag, 15. Juni 2018, 09:30

Das würde ich so auch unterschreiben!

Und entgegen meines ersten Posts habe ich gestern sehr deutlich gemerkt, dass ich im Gegensatz zu meinem Chef (übrigens selbst Papa, aber natürlich mit Frau im Hintergrund) tatsächlich deutlich organisierter bin und auf diese Tatsache aus den genannten Gründen auch sehr viel Wert lege. Und ich kann die Studie voll und ganz bestätigen: Chef merkt davon nichts und wüsste solche "Soft Skills" mit Sicherheit auch nicht zu würdigen (er kommt ja selbst auch bestens ohne aus :P )
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