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joliena

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Sonntag, 22. April 2012, 21:51

Zitat von »DieCaro«


All dies ist natürlich das Problem einer Gesellschaft die inoffiziell nach dem Motto lebt: "Wer Kinder hat, ist selber schuld"

Danke! Genau so ist es. Und was noch gravierender ist: Einer Gesellschaft, die Kinderlosigkeit massiv fördert! Wie sonst ist es zu erklären, dass die Höhe der eigenen Rente und das Großziehen von Kindern, die diese Rente einmal bezahlen sollen, so völlig entkoppelt voneinander sind? Wer keine Kinder hat, kann zeitlebens seine 5 Fernreisen pro Jahr machen, muss beruflich nicht zurückstecken (=höheres Gehalt) und bekommt als Bonus eine höhere Rente obendrauf.
Und bevor jetzt jemand mit dem Argument kommt: "Aber Kinderlose bezahlen doch auch höhere Steuern und damit die Schulen und die Ausbildung der Kinder." Ja, das ist richtig, aber sie wollen doch wohl auch im Alter von einem qualifizierten Arzt behandelt werden, im Supermarkt von einer netten Verkäuferin bedient, usw. Da ist es wohl das Mindeste, dafür auch seinen Teil zu bezahlen! Aus der Tatsache, dass für die Ausbildung dieser Kinder mitbezahlt wurde, darüber hinausgehend abzuleiten, dass sie gefälligst auch noch für die höhere Rente zu bezahlen hätten, erschließt sich mir in keinster Weise.

Das Schlimme daran ist, dass Eltern keine Lobby haben. Frauen mit mehreren Kindermädchen, Au-Pairs und sonstigen Haushaltshilfen sind für mich keine Lobby - zu weit sind sie von den Sorgen und Nöten "normaler" Familien entfernt. Letztere dagegen zerfleischen sich leider oft bevorzugt gegenseitig. :rolleyes2:

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Lovrel

Inventar

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Mittwoch, 25. April 2012, 13:40

@joliena

:thanks: :thanks: :thanks:


Jedes Verhalten, dass ein Mensch zeigt, ist für ihn in seinem Kontext sinnvoll.

joliena

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Sonntag, 29. April 2012, 16:26

Leider wahr:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgesc…-kinder-bildung

Die einzigen positiven Dinge, die die Autoren der Studie in ihren riesigen Datensätzen gefunden haben und die den "Nutzen" von Kitas belegen sollen, sind auch noch ausgerechnet sehr weiche und subjektive Faktoren. Die Eltern bescheinigen bessere Alltagsfertigkeiten - soso. Die haben oft auch vernachlässigte Kinder, die schon sehr früh ihre Dinge (Mahlzeiten usw.) selbst organisieren können oder wohl eher müssen und äußerst "selbstständig" sind. Und eine bessere Entwicklung des Kommunikationsverhaltens wird ebenfalls von Eltern und Erziehern bescheinigt. Interessant, aber wurde das denn auch anhand harter Daten und Tests verifiziert oder sind das nur subjektive Eindrücke?

Natürlich wird man nur finden, was man finden will. Was nicht dem Mainstream widerspricht und dem Weltbild derer, die diese Studie finanziert haben. Ich glaube gern an den Nutzen von guten Kitas. Glaube gern, dass Kinder im Kindergarten manches früher lernen, als zuhause, wo ihnen die Mutter vielleicht vieles abnimmt.

Aber nur 10% der Kitas sind offensichtlich wirklich "gut". Und auch hier muss man vorsichtig sein. Nur weil sie ein "gutes" Konzept haben, heißt das immer noch nicht, dass es auch wirklich umgesetzt wird. Also ist 10% wohl eher die obere Grenze. Mehr als 10% hingegen sind wohl eindeutig "schlecht". Wo man aber hinhört: Überall sind Eltern hochzufrieden mit den Kitas ihrer Kinder. Angesichts dieser Ergebnisse muss man sich da schon fragen: Will ein Großteil dieser Eltern die Wahrheit nicht sehen oder können sie es nicht?

DieCaro Weiblich

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Mittwoch, 2. Mai 2012, 21:32

Guten Abend zusammen,

ich möcht mal an dieser Stelle anmerken, dass momentan über diese "Herdprämie", also das Betreuungsgeld diskutiert wird, weil es der Staat nicht hinkriegt, ausreichend Kitaplätze bis 2013 zu organisieren. Also müssen die doch auch irgendwie publicity für die Mutter, die Geld und Karriere aufgibt, um sich um die lieben kleinen zu kümmern, machen. Es muss verlockend sein, daheim zu bleiben. Und wir wissen wohl alle, wie verlockend es tatsächlich ist, in einem Land wo das halbe Jahr Winter ist, tagein tagaus nur zu Haus auf dem Teppich zu sitzen, Schränke einzuräumen, die postwendend wieder ausgeräumt werden und auf penibelste Hygiene zu achten, bis sich gegen abend (denn es ist wohl nur, trotz Herdprämie, in solchen Haushalten möglich) der Partner von der Arbeit heimbewegt und ein wenig Schwung in den Laden bringt...
Was ich damit sagen will ist, sämtliche Artikel in diese Richtung sollten ein wenig kritisch gesehen werden, da sie alle aktuell sind. Davor war noch alles super, als noch alle arbeiten sollten, damits mit der Wirtschaft bergauf geht... Ich glaube, dass mehr als 10% der Kitas toll sind. Weit mehr. Vielleicht nicht immer die ganze Einrichtung, aber die großartigen Pädagogen sind breit gestreut und die meisten Eltern sind doch nur zufrieden, wenns ihren Kids dort gut geht und sie gerne hingehen. Wie die Leut das machen, dass die Kinder sich da wohlfühlen, ist doch dann zweitrangig (da ich nicht glaube, dass sie überall mit Schokolade bestochen werden, um zu Haus zu erzählen, dass es dort schön ist ;)). Sozialkompetenz ist meines Erachtens auch wichtiger als diese ewige Bildungsdebatte. Und dies zu vermitteln gelingt in Kitas einfach besser, als zu Haus auf dem Teppich.

Liebe Grüße Caro

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frascita (03.05.2012)

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Donnerstag, 3. Mai 2012, 08:52

Vielleicht müssen KiTas einfach gar nicht so toll sein wie wir glauben, das sie sein müssen. Wenn nicht tolle KiTas zu massiven Problemen führen würden, jedenfalls zu Problemen die die Probleme durch nicht tolle Eltern massiv überschreiten, müssten wir riesige Effekte haben die einfach und augenscheinlich wären. Das ist aber nicht der Fall. Die Experten meinen da je nach weltanschulichem Standpunkt das eine oder andere herauskitzeln zu können, andere Experten sehen das anders, die Situation ist also offen - was typisch ist wenn über allenfalls geringe Effekte die von anderen Effekten stark überlagert werden verhandelt wird.

Vermutlich leisten auch nicht tolle KiTas noch ausreichend um Kinder zu fördern und keinen riesiger Nachteil gegenüber einem weiten Spektrum elterlichen Handelns zu sein, das oft eben auch nicht toll ist. Wenn man sich die sozialen Interaktionen der Kinder untereinander ansieht die auch in KiTas die nicht toll sind zwangsläufig vorhanden ist, bekommt man vielleicht eine Idee was diese immer noch auszeichnet und was ihr Vorteil gegenüber nur im Familienverband aufwachsenden Kids sein könnte.
In der Welt der Klatschpostillen gibt es mehr imaginäre Freunde als in einem Hort voller hyperaktiver Vierjähriger.

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frascita (03.05.2012)

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